Die Trump Show

Die Vorwahlen bei den Republikanern sind schon im vollen Gange und eine Rekordzahl von Kandidaten will für die Republikanische Partei ins Rennen um das Weiße Haus gehen. Neben den üblichen Karrierewegen eines Senators oder eines Gouverneurs treten auch dieses Mal wieder Politkoutsiders an - mit sehr großem Erfolg bis jetzt. In aktuellen Umfragen führt der Multi-Milliardär Donald Trump das Ranking an, gefolgt von Ben Carson, einem Chirurg aus Baltimore. Erst auf Platz drei momentan findet sich Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur aus Florida und Bruder des nicht ganz so populären Ex-Präsidenten George W. Bush. Inzwischen hat sich auch Carla Fiorina, die von 1999 bis 2005 CEC bei Hewlett Packard war, unter die Top 10 der Kandidaten geschoben. Ansonsten können sich momentan nur noch Marco Rubio (Senator aus Florida), Ted Cruz (Senator aus Texas) und Scott Walker, der Gouverneur aus  Wisconsin gut im Rennen. Natürlich ist es noch früh im Rennen und vergangene Vorwahlen haben gezeigt, wie schnell sich dies verändern kann.

 

Allerdings zeigen sich in der aktuellen Konstellation die momentanen Probleme der Republikanischen Partei . Die Partei, die eigentlich aufgrund des demographischen Wandels auf der Suche nach einer neuen und breiteren Wählerkoalition sein müsste, bedient in diesen Vorwahlen ausschließlich die Interessen ihrer eigenen Parteibasis; und die ist frustriert von der Politik in Washington, konservativ in ihrer Werteorientierung und wehrt sich vehement gegen den demographischen Wandel. Donald Trump verkörpert momentan fast alles,  was sich diese Parteibasis der Republikaner wünscht: Er ist der Anti-Obama, präsentiert sich als unabhängig vom großen Geld in der Politik, hetzt gegen die Hispanics und Latinos und viele sehen in ihm die Verkörperung des 'American Dream'. Allerdings kann man mit diesen Positionen in den USA keine Präsidentschaftswahlen gewinnen und das wissen die Verantwortlichen der Partei auch. Mit seinen rassistischen Ausfällen hat Donald Trump die Latinos als neue Wählerbasis für die Republikaner erstmal vergrault. Auch bei Frauen ist er momentan nicht allzu populär. Die anderen Kandidaten ziehen momentan mit einer Radikalisierung ihrer eigene Rhetorik nach, um nicht zu viel an Boden im Vorwahlkampf zu verlieren. Dies hat Konsequenzen für den eigentlichen Wahlkampf, der sich mehr in der politischen Mitte abspielt: nehmen die Wähler den Kandidaten einen plötzlichen Positionswandel ab oder strafen sie dies als 'flip-flop' an den Wahlurnen.

 

So gesehen können sich die Demokraten den Vorwahlkampf der Republikaner momentan entspannt anschauen!!   

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