Vor dem nächsten Duell der Republikaner

Am Dienstag geht das Duellieren der Republikanischen Präsidentschaftskandidatenanwärter in die nächste Runde. In der Zwischenzeit hat sich nichts Grundsätzliches bewegt oder verändert. Allerdings haben sich zwei der usual suspects nicht für die kommende Hauptdebatte qualifizieren können:  Chris Christie und Mike Huckabee müssen diesmal am Kids Table Platz nehmen, da sie in den ausgewählten nationalen Umfragen im Schnitt nicht über die 2,5 Prozent-Marke hinausgekommen sind. Rand Paul und John Kasich haben sich so gerade noch für die Runde der Großen qualifizieren können. Mit Huckabee und Christie sitzen am Dienstag noch Rick Santorum und Bobby Jindal am Tisch der Kleinen, Lindsay Graham und George Pataki kommen mit ihren momentanen Umfragewerten noch nicht mal in die kleine Runde, eigentlich ein klares Indiz dafür, dass ihre Reise in diesem Vorwahlkampf auch bald beendet sein wird.


Auf was sollte man in der nächsten Debatte achten? Carla Fiorina muss wieder an Boden gut machen. Ihrer Kampagne gelingt es momentan nur bedingt in der Zeit zwischen den Duellen die Medienaufmerksamkeit zu erzielen, die für eine erfolgreiche Kampagne nötig ist. Sie geht diesmal mit den 'nur' sechst-besten Umfragewerten ins Rennen. Jeb Bush muss zeigen, ob er seinen bislang eher mäßigen Vorwahlkampf in Schwung bringen kann. Folgt man seinem neuen Wahlkampfslogan " Jeb can fix it", dann dürfte dies eigentlich kein Problem sein. Zugleich fokussiert sich seine Kampagne nun in erster Linie auf die ersten Vorwahlstaaten, in anderen Bereichen sind die Ausgaben deutlich zurückgefahren worden, trotz weiterhin gefüllter Wahlkampfkassen. Allerdings ist in dieser frühen Phase des Vorwahlkampfes bislang die Medienpräsenz weitaus wichtiger als das eingesammelte Geld. Das zeigt von Woche zu Woche sehr erfolgreich Donald Trump, aber auch Ben Carson ist in den Medien sehr präsent, wenn auch in den letzten Tagen mit negativen News. Immer mehr Aspekte aus seiner Biografie werden hinterfragt. Zuletzt die Frage, ob er wirklich von Westpoint ein Stipendium angeboten bekommen hat.


Der große Gewinner des Abends könnte mal wieder Marco Rubio werden. Er entwickelt sich immer mehr zum Lieblingskandidaten des Republikanischen Establishments, allein in der letzten Woche hat sich Rubio die Unterstützung von drei US-Senatoren sichern können. Aber auch das große Geld blickt immer mehr auf Rubio. Der Milliardär und Investor Paul Singer, einer der einflussreichten Geldgeber der Republikanischen Partei, hat sich kürzlich für Marco Rubio ausgesprochen. Wenn also die Medienaufmerksamkeit noch weiter auf die Außenseiter Trump und Carson konzentriert, die dadurch sehr erfolgreich ihre Bücher promoten können, tut sich einiges im Feld der Mainstreamkandidaten. Und Rubio verfügt hier momentan über die besten Karten, gefolgt von Ted Cruz und leicht abgeschlagen Jeb Bush. Wer hier die Nase vorne hat, zeigt sich aber erst, wenn Trump und Carson aus dem Rennen sind. Dann sortiert sich die Unterstützung hinter diesen Kandidaten.  

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