Jetzt geht's (bald wirklich) los!

Happy New Year 2016 - das Jahr der US Präsidentschaftswahlen. Am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November ist der Wahlkampf um das Weiße Haus zu Ende, davor liegen Monate von Caucuses und Primaries, die Parteitage der beiden Parteien im Sommer, wo die Parteien ihre Kandidaten letztendlich nominieren. Dann erst geht der eigentliche Wahlkampf los mit Debatten zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten und den Vizepräsidentschaftskandidaten und unzählige Millionen Dollar an Wahlkampfausgaben. 

Wo steht der Vorwahlkampf beider beiden Parteien im Januar 2016? Noch immer hat sich bei den Republikanern kein klarer Favorit herauskristallisiert. Donald Trump liegt zwar in vielen nationalen Umfragen weiterhin klar an der Spitze des Bewerberfeldes, in der letzten Zeit konnte allerdings insbesondere Ted Cruz in Umfragen an Boden zugewinnen. Weiterhin nicht abschreiben darf man sicherlich auch nicht Marco Rubio, der sich immer auf guten zweiten und dritten Plätzen in den Umfragen hält. In Iowa, wo im Februar die ersten Caucuses stattfinden werden, liefert sich Cruz in den Umfragen ein Kopf an Kopf-Rennen mit Trump. In New Hampshire, wo dann die ersten Primaries stattfinden, liegt Trump momentan in Umfragen deutlich vorne, gefolgt von Cruz, Kasich und Rubio. 

Auch wenn momentan der Gewinner auf Seiten der Republikaner noch nicht absehbar ist, in den letzten Wochen habe sich aber viele Verlierer im Feld herauskristallisiert. Zu den größten Verlieren zählt sicherlich Ben Carson, dessen Umfragewerte sich im freien Fall befinden und auch sein Wahlkampf Team löst sich momentan auf. Gleiches gilt auch für Carla Fiorina, die es in der jüngsten Debatte der Republikaner in South Carolina nur an den Kids-Table geschafft hat.  Auch Rand Paul musste den Tisch der Erwachsenen verlassen, er hatte aber keine Lust auf den Kids-Table und ist deshalb lieber zur Daily Show gegangen. Wenig Hoffnung besteht weiterhin für die Kampagne von Jeb Bush, der es einfach nicht gelingt aus dem Umfrage-Keller heraus zu kommen. Das ist noch immer die größte Überraschung diese Vorwahlkampfes. Die Basis der Republikanischen Parteianhänger kann sich mit dem moderateren Profil der Bush-Kampagne einfach nicht anfreunden, da hilft auch nicht das viele Geld, das die Kampagnen zusammen bekommen hat und auch die Unterstützung seitens der Republikanischen Parteiorganisation schadet momentan wohl mehr.  

Bei den Demokraten wird es inzwischen wieder spannend. Bernie Sanders konnte in den letzten Wochen in Umfragen zulegen und liegt jetzt in Iowa in einigen Umfragen sogar vor Hillary Clinton. Andere Umfragen zeigen dann aber wieder Clinton vorne, mit einem Vorsprung von über 20 Prozent. Die ungewöhnlichen Dynamiken in diesem Vorwahlkampf stellen auch die Umfrageinstitute vor neue und große Herausforderungen, was natürlich auch deren Aussagekraft verringert.

Neben Umfragen findet sich im Netz eine andere Variante, um die Chancen der Kandidaten besser einzuschätzen: Wetten! Hier spiegelt sich dann nicht nur die eigene politische Position wieder und wie diese zu den jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten passt, sondern auch die Einschätzung darüber, wem wohl die größten Siegeschancen zugesprochen werden. Schließlich will man sein Geld beim Wetten ja nicht verlieren.  Maxim Lott und John Sossel machen dies im Netz (www.electionbettingodds.com) und hier zeigen sich interessante Zahlen: Bei den Demokraten führt Hillary mit 80,4 Prozent klar vor Bernie Sanders mit lediglich 17,7 Prozent.  Bei den Republikanern liegt Donald Trump an der Spitze (35,5 Prozent), gefolgt von Marco Rubio (31,8 Prozent) und Ted Cruz mit 21, 5 Prozent. Jeb Bush kommt hier immerhin noch auf 9,2 Prozent. In diesen Werten spiegeln sich sicherlich noch immer die traditionellen Wirkungsmechanismen von US Vorwahlen wieder. Inwieweit dies allerdings wirklich der Fall ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Bei den politischen Buchmachern ist momentan zumindest Hillary Clinton die klare Favoritin: 50,4 wetten darauf, das sie ins Weiße Haus einziehen wird. Nur 15,6 Prozent sehen Trump im Oval Office. Jeb Bush liegt hier inzwischen bei nur noch bei 3,8 Prozent.   

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