...und noch eine Umfrage....

Die Zeitungen sind voll von unterschiedlichen Umfragen und manchmal ist es nicht leicht zu verstehen, was die einzelnen Umfragen eigentlich Aussagen. Und auch die 'predictive power' mancher Umfragen ist in Frage zu stellen. Bei den letzten Präsidentschafts- und Kongresswahlen hat Nathan Silver mit seiner Umfragetechnik erfolgreich alle Wahlergebnisse korrekt vorhergesagt. Was macht er anders? Erster Schritt: Er nutzt alle vorliegenden Umfragen und berechnet Durchschnittswerte. So kann er etwaige Verzerrungen einzelner Umfragen ausgleichen. Nächster Schritt: er kombiniert nationale und einzelstaatliche Umfragen und berücksichtigt auch 'endorsements' für die einzelnen Kandidaten, also Unterstützungserklärungen von einflussreichen nationalen Politikern für bestimmte Kandidaten und Kandidatinnen. Jetzt hat Silver auf seiner Hompeage '538' neue Umfrageergebnisse präsentiert, die ein leicht anderes Bild auf die Vorwahlkämpfe in beiden Lagern werfen, als der mediale Diskurs momentan.

Fangen wir bei den Demokraten an. Folgt man den jüngsten veröffentlichten Umfragen, dann hat Bernie Sanders gegenüber Hillary Clinton aufgeholt, nicht nur das, viele Umfragen sehen Sanders in New Hampshire (N.H.) sogar klar vor Hillary Clinton. Das spiegelt sich auch in den Daten von Nathan Silver wider. Berechnet man den Durchschnitt aller Umfragen, die momentan zu N.H.  vorliegen, dann führt Sanders gegenüber Clinton mit 71-29 Prozent deutlich. Nutzt man aber die eben skizzierte erweiterte Methode von Silver dreht sich das Bild. Hier führt Clinton gegenüber Sanders mit 57 zu 43 Prozent.  D.h. Hillary Clinton hat eine 57 prozentige Chance N.H. zu gewinnen.  Dies liegt zum Teil an den nationalen Umfragen, aber zu einem weitaus größeren Teil an der Unterstützung, die Clinton durch das traditionelle Establishment der demokratischen Partei hat. Hier führt Clinton nach den Berechnungen von Silver mit 457 zu 2 gegenüber Sanders.

Und auch bei den Republikaner zeigen sich interessante Veränderungen, wenn man Silvers Kalkulationen übernimmt. Hiernach stehen die Chancen für Ted Cruz die Iowa Caucuses zu gewinnen momentan bei 51 Prozent, gefolgt von Trump mit 29 Prozent. Rubio liegt hier auf Platz drei und Jeb Bush' Siegeschancen liegen in Iowa bei nur 2 Prozent! In N.H. sehen momentan selbst die Daten vpn Silver Donald Trump mit den größten Siegeschancen (39 Prozent), gefolgt von Rubio mit 19 Prozent und Cruz mit 13 Prozent. Jeb Bush kommt hier immerhin auf 9 Prozent. Die Verschiebungen hier ergeben sich in erster Linie aus Silvers sogenannten 'endorsement Primaries'. Diese werden noch immer angeführt von Jeb Bush (51, gefolgt von Rubio (43) und Christie (26). Ted Cruz ist hier abgeschlagen bei  16, aber immer noch weit vor Donald Trump (0). Donald Trumps und auch Ted Cruz's Problem mit der GOP ist also ein nicht zu unterschätzender Faktor in den kommenden Wochen. Wer dafür noch weiter Belege braucht: Einfach die Reaktion der Republikanischen Partei auf die State of the Union Adress von Obama schauen. Nikky Haley, der Gouverneurin aus South carolina. Sie kritisierte in ihrer Ansprache neben Obama implizit am stärksten Donald Trump.

 

Hier noch der Link zu 538: http://fivethirtyeight.com/

 

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