Caucus Day in Iowa

Jetzt ist es endlich so weit, die Wähler, bzw. die Parteianhänger dürfen endlich ihre Stimmen abgeben. Nach monatelangem Blick auf öffentliche Umfragen bekommen wir heute die ersten Ergebnisse. Iowa eröffnet seit 1972 den Reigen von Parteiversammlungen und Vorwahlen, auf denen die beiden Parteien ihre Delegierten bestimmen, die dann im Juli endgültig die Kandidat/innen küren werden. Zwar werden in dem ländlichen Staat nur rund 1 Prozent der Delegierten insgesamt bestimmt, das Medieninteresse ist allerdings viel größer. Und auch wenn Iowa mit Blick auf die Struktur und die Zusammensetzung der Bevölkerung so gar nicht repräsentativ für die USA ist,  wer in Iowa gewinnt, der hat auch gute Chancen die Nominierung der Parteien zu bekommen. Die Chancen dafür stehen bei den Demokraten bei ca. 43 Prozent, bei den Republikanern sogar bei 50 Prozent! Das liegt natürlich in erster Linien am medialen Diskurs, der sich gerne auf die Gewinner und Verlierer konzentriert und so manchen Kampagnen eine Schub bringen kann. Die Daten der letzten Wahlen aber gezeigt: wer es in Iowa nicht auf das Podest schafft, also unter die besten Drei, dessen Chancen auf eine Nominierung verringern sich massiv. Das ist natürlich insbesondere mit Blick auf die Republikaner sehr wichtig, schließlich tummeln sich hier noch einige Hoffnungsträger. Die letzten Umfragen bei den Republikanern sehen Donald Trump mit einer leichten Führung, knapp gefolgt von Ted Cruz und weit abgeschlagen dahinter Marco Rubio und Ben Carson. Für Ted Cruz ist dies ein ganz wichtiger Moment, weil er insbesondere bei den evangelikalen Wählern Punkten will und von denen gibt es in Iowa überdurchschnittlich viele. Gelingt es Trump selbst in dieser Wählerklientel zu punkten, dann wird es schwierig für die anderen Kandidaten hier wieder aufzuschließen. Politikexperten sehen die Chancen Trumps die Nominierung zu bekommen, inzwischen bei 75 Prozent. Sollte er in Iowa gewinnen, so dürften diese Zahlen noch nach oben gehen.  Die anderen Kandidaten von Jeb Bush über Fiorina, Paul, Huckabee, Christie bis zu Santorum werden sich unter einem verstärkten Rechtfertigungsdruck sehen: lohnt es sich wirklich den Wahlkampf voran zu trieben? Mit diesen Fragen werden sich die Wahlkampfteams und die Medien dann morgen auf den Weg nach  New Hampshire machen, wo am 9. Februar die ersten Primaries stattfinden.

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