2 1/2 Gewinner und 3 Verlierer in Iowa

Die Ergebnisse der Abstimmungen in den Parteiversammlungen in Iowa sind da. Jetzt beginnt die Phase der Interpretationen. Wer hat gewonnen, wer zählt zu den Verlieren? Was sagen die Ergebnisse über die Vorwahlen insgesamt? Fangen wir mit den Zahlen/Fakten an. Bei den Demokraten sehen wir ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders. Martin O' Malley spielt hier überhaupt keine Rolle und hat noch am selben Abend seine Kampagne beendet. Hillary Clinton hat einen minimalen Vorsprung, auf sie kommen 49,9 % der Stimmen, für Sanders stimmten 49,6 %. Nach momentanen Stand bekommt Clinton damit 23 Delegierte und Sanders 21 Delegierte. Auch wenn Clinton hier knapp vorne liegt, der eigentliche Gewinner ist Sanders. Noch vor wenigen Monaten startete Sanders mit wenig Geld, kaum Unterstützung durch die Partei und keinerlei Team an der Basis, das mobilisiert und die Parteianhänger in die Versammlungen bringt. Wie 2008 Barack Obama hat Sanders hier eine Aufholjagd gegenüber Clinton gestartet, die beeindruckend ist. Zwei Zahlen mögen verdeutlichen, was hier passiert - und auch das erinnert stark an 2008:  bei den Parteianhängern unter 30 Jahren hat Sanders 84 % der Stimmen bekommen und 44 Prozent der Demokratischen Parteianhänger haben zum ersten Mal an einem Caucus in Iowa teilgenommen. Der Demokratische Vorwahlkampf mobilisiert also die Parteianhänger und Bernie Sanders ist insbesondere bei den jüngeren Wählern populär. Ob sich hieraus eine vergleichbare Dynamik wie 2008 entwickelt, bleibt allerdings abzuwarten. Auch deshalb sehe ich in Clinton noch keine Verliererin der Vorwahl in Iowa.  

Verlierer gibt es bei den Republikanern dagegen gleich mehrere. An erster Stelle sicherlich Donald Trump, der in den meisten Umfragen in Iowa an der Spitze lag. Jetzt liegt Trump doch deutlich hinter Ted Cruz und am Ende musste er sogar um Platz zwei bangen, weil Marco Rubio ein überraschend gutes Ergebnis einfahren konnte. Auf Ted Cruz entfielen 27,7 % der Stimmen, auf Trump 24,3 % und auf Rubio 23,1 %.  Damit entfallen 8 Delegierte auf Cruz und jeweils 7 auf Trump und Rubio. Marco Rubio ist mit diesem Ergebnis der klare Sieger auf Seiten der Republikaner. In den urbanen Gebieten und davon gibt es in Iowa im Vergleich zu anderen Staaten, liegt Rubio sogar vor Cruz und Trump auf Platz 1. Cruz konnte insbesondere bei den Evangelikalen mobilisieren, hier liegt er deutlich vor Trump und Rubio. Interessant ist auch ein Blick auf die Vorwahlen von 2012 und heute. Vor 4 Jahren konnte Rick Santorum die Vorwahlen in Iowa für sich entscheiden, auch weil er bei den evangelikalen Wählern punkten konnte. Mitt Romney, der später dann der Kandidat der Republikaner wurde, kam knapp hinter Santorum auf Platz 2. Diejenigen Parteianhänger, die 2012 für Santorum stimmten, unterstützen dieses Jahr eindeutig Cruz, die Anhänger von Romney aber Marco Rubio. In den folgenden Staaten ist der Anteil der evangelikalen Wähler geringer und es muss sich hier zeigen, inwieweit Cruz auch in anderen Gruppen der Parteianhänger mobilisieren kann. Verlierer Nr. 1 im Feld der Republikaner ist allerdings Jeb Bush. auf ihn entfielen lediglich 2,8 % der Stimmen, das sind in Iowa in absoluten Zahlen 5235 Stimmen. Zum Vergleich: Cruz bekam 51648 Stimmen. das dürfte mit diesem Ergebnis der Anfang vom Ende der Kampagne Bush sein. Überrascht er nicht in New Hampshire - und danach sieht es momentan nicht aus, dann wird er sich wohl aus dem rennen verabschieden. Davon könnte Rubio profitieren, der sich immer mehr als Kompromisskandidat und Liebling des Parteiestablishments etablieren kann.          

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Kommentare: 1
  • #1

    Marsha Maffei (Dienstag, 24 Januar 2017)


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