Primary Day in New Hampshire

Der Vorwahlkampf in den USA geht in die zweite Runde. Heute entscheiden die Parteianhänger in New Hampshire über ihre Präferenzen im laufenden Wahlkampf. Glaubt man den Umfragen, dann gibt es auf beiden Seiten klare Favoriten. Donald Trump bei den Republikanern und Bernie Sanders bei den Demokraten. Allerdings sind diese Umfragen mit Vorsicht zu genießen. Warum? Aus zwei Gründen. Zum einen haben diese Umfragen eine hohe Fehlertoleranz, soll sagen: die Aussagekraft ist insgesamt nicht besonders groß. Zum anderen, weil die Erfahrungen zeigen, dass sich die Parteianhänger in den frühen Vorwahlen Zeit lassen, bis sie ihre Entscheidungen treffen. Rund 30 Prozent der Wähler in New Hampshire entscheiden sich erst in den letzten drei Tagen für wen sie dann in den Vorwahlen stimmen werden. 2008 hat sich dies bei den  Vorwahlen der Demokarten gezeigt. Hier führte Obama deutlich in den Umfragen, gewonnen hat dann aber Hillary Clinton. In den letzten Umfragen in diesem Jahr konnte Clinton gegenüber Sanders auch einiges an Boden gut machen, es wird also eine knappe Entscheidung, mit leichtem Vorteil für Sanders.

Bei den Republikanern ist die zentrale Frage in New Hampshire nicht unbedingt wer die Wahl auf Platz 1 beendet. Spannend ist vielmehr, welcher moderate Kandidat sich hier gut platzieren kann. Kann Rubio das Momentum aus Iowa mitnehmen oder wirkt sich die negative Berichterstattung über sein Auftritt im letzten Fernsehduell negativ auf seine Popularität aus? Das könnte die Chance für die anderen moderaten Kandidaten im Feld sein: John Kasich, Chris Christie und vielleicht auch noch Jeb Bush. Alle drei haben viel in den Vorwahlkampf in New Hampshire investiert. Aus einer ideologischen Perspektive ist New Hampshire weit weniger konservativ als Iowa, das dürfte es für Ted Cruz schwer machen und auch Trump muss zeigen, inwieweit er in diesen Wählerschichten wirklich mobilisieren kann. Entschieden wird in New Hampshire noch nichts. Aber sollte Rubio wieder gut abschneiden, dann steigen seine Chancen als Kompromisskandidat zwischen dem radikalen Tea-Party Flügel der Republikanischen Partei und dem moderaten Establishment der Partei. Sollte einer der drei anderen moderaten Kandidaten vor ihm landen, dann bleibt das Rennen offen. Momentan scheint John Kasich die besten Chancen auf eine gutes Ergebnis in New Hampshire zu haben. Aber auch Chris Christie liegt dicht auf. Für Jeb Bush muss schon ein gutes Ergebnis heute herauskommen, der Druck sein Geldgeber wird größer. Sollte er auch hier nicht unten den ersten drei oder vier Plätzen landen, wird es schwierig für seine Kampagne.        

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