Auf dem Weg nach Nevada und South Carolina

Im laufenden Vorwahlkampf gehen die beiden Parteien momentan unterschiedliche Wege. Die Demokraten haben am 20. Februar ihren Caucus in Nevada, während die Republikaner ihren Primary in South Carolina haben. Drei Tage später haben dann die Republikaner ihren Caucus in Nevada und die Demokraten entscheiden in ihren Vorwahlen am 27. Februar in South Carolina. Wahlkampf findet natürlich in beiden Staaten zugleich statt, schließlich müssen die Kandidaten beider Parteien testen, wie sie in bestimmten Wählergruppen punkten können. Nevada ist interessant , weil der Vorwahlkampf nun das erste Mal in den Westen zieht.

 

Bei den Demokraten ist zumindest in Nevada nicht abzusehen wer gewinnt. Hier liegen nur sehr wenige Umfragen vor. Umfragen aus dem Jahr 2015 sahen Hillary Clinton deutlich vorne, im Februar dieses Jahres sieht eine Umfrage von Target Point beide Kandidaten bei 50 Prozent. Die Verlässlichkeit dieser Umfrage muss allerdings bezweifelt werden, ist sie doch von der konservativen News Webpage 'The Washington Free Beacon' in Auftrag gegeben worden. Und auch das Umfrageinstitut gehört eher dem konservativen Lager und hat kaum Erfahrungen in solchen Umfrage. Stützt man sich also auf die älteren Umfragen, so führt Clinton gegenüber Sanders mit durchschnittlich 19.5 Prozentpunkten. Allerdings ist die letzte Umfrage auch schon 54 Tage alt und Iowa hat gezeigt, was sich in den letzten 20 Tagen vor der Abstimmung alles tun kann. Für South Carolina liegen deutlich mehr Umfragen vor und hier gibt Nate Silver auf seinem Homepage 'Fivethirtyeight.com' Hillary Clinton eine Siegeschance von 99 Prozent!! Im Durchschnitt aller Umfragen liegt Clinton bei etwa 60 Prozent und Sanders bei 38 Prozent. South Carolina wird zeigen, wer von den beiden Kandidaten in der Wählergruppe der Schwarzen besser mobilisieren kann. Hier hat Clinton einen deutlichen Vorteil, aber Bernie Sanders konnte auch hier in den vergangenen Wochen einiges an Boden gut machen.

 

Bei den Republikanern scheint sich der Triumphzug von Trump fortsetzen zu können. Nate Silber sieht ihn momentan bei rund 36 Prozent in South Carolina deutlich vor Cruz mit 19 Prozent und Rubio mit 17 Prozent. Leicht abgeschlagen dahinter dann Bush und Kasich mit rund 9 Prozent. Einige Experten trauen Rubio hier ein besseres Ergebnis zu, eventuell wird es zwischen ihm und Trump ganz knapp. Mit Platz 2 würde sich Rubio dann auch wieder als gemäßigter Kandidat im Feld positionieren können. Jeb Bush muss auf alles Fälle noch zulegen, um nicht schon vor dem Super-Tuesday zu weit abgehängt zu sein. Hier liegt seine Hoffnung insbesondere auf Texas, ein Staat, in dem der Bush-Clan einige Unterstützung hat. Kein Wunder also, dass Jeb nun seine ganze Familie in seinen Wahlkampf integriert, auch seinen Bruder George 'W.'! in Nevada könnte demgegenüber Ted Cruz wieder Punkten, die Parteianhänger der Republikaner dort entsprechen eher wieder dem Profil von Iowa, wo Cruz sehr gut abgeschnitten hat. Trotzemde sehen die Umfrageinstitute momentan noch Trump als Favoriten.  Auch nach South Carolina und Nevada wird sich das Feld der Kandidaten wohl nicht weiter reduzieren. Danach geht es dann in den Super Tuesday am 1. März, mit Vorwahlen in Alabama, Alaska (GOP), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont und Virginia. Ergebnis weiterhin offen.

 

     

 

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