The Comeback Bern

Nur weniger Tage bevor es nach Ohio, Florida, Illinois und North Carolina geht, konnte Bernie Sanders einen Überraschungssieg in Michigan landen. Obwohl er in Umfragen weit Hinter Clinton lag und der Umfrage-Guru Nate Silver Clinton noch gestern eine 99 prozentige Siegeschance gab, konnte Sanders Michigan knapp mit 49,9% gewinnen. Für Hillary Clinton stimmten 48,2 %. Wenigstens in Mississippi lagen die Umfragen richtig: hier konnte Clinton deutlich mit 83 % der Stimmen gewinnen. Zwar konnte sich Clinton damit bei den Delegiertenstimmen erneut ein wenig absetzten, aber das Ergebnis in Michigan birgt doch einige Sprengkraft, insbesondere mit Blick auf die kommenden Abstimmungen in den Industrieregionen Illinois und Ohio, wo am 15. März bei den Demokraten allein auf einen Schlag 341 nach dem Winner-Take-All Prinzip vergeben werden. Sanders kann momentan insbesondere bei der weißen Arbeiterklasse gut mobilisieren und diese Wählergruppe ist auch in Ohio und Illinois ganz wichtig. Diese Gruppe sieht sich ale Verlierer der Freihandelspolitik, die in den USA insbesondere die Industriezentren hart getroffen hat. Viele dieser Jobs sind ins Ausland transferiert worden und die Arbeiter sehen in Sanders den Kandidaten, der hier Besserung verspricht. 

Bei den Republikanern hat Trump seinen seit dem Super-Tuesday etwas gebremsten Siegeszug fortsetzen können. Er hat die Vorwahlen in Michigan, Mississippi und Hawaii gewonnen, lediglich Idaho ging an Ted Cruz. Für Trump sind dies nach einer harten Woche voll von politischem Widerstand und eigenen Fehler gute Nachrichten. Er kann noch siegen, wenn auch nicht mehr so deutlich wie in der Anfangsphase der Vorwahlen. Allerdings konnte Trump wie auf der anderen Seite Sanders bei den weißen Arbeitern gut punkten. Kein Wunder, verspricht er doch die Jobs aus dem Ausland wieder zurückzuholen. Noch immer profitiert er vom breiten Bewerberfeld, das sich gegenseitig die Stimmen wegnimmt. Marco Rubio ist erneut der große Verlierer an diesem Tag gewesen, die Fortsetzung seiner Kampagne hängt nun wirklich vom Abschneiden in seinem Heimatstadt Florida ab, verliert er auch dort,, dann ist das das Ende seiner Kampagne. Michigan, Mississippi und Idaho haben gezeigt, dass Rubio momentan zwischen Kasich und Cruz aufgerieben wird. Kasich nimmt ihm die Stimmen vom moderaten und Cruz vom konservativen Flügel seiner sowieso schon kleinen Anhängerschaft. In Mississippi und Michigan landete er nur auf Platz 4.

Noch ist Trumps Vorsprung bei den Delegiertenstimmen nicht so groß, um den Vorwahlkampf als entschieden anzusehen. Mit bislang 446 Delegierten hat er aber bereist über ein Drittel der notwendigen 1237 Stimmen. Am 15.März werden bei den Republikanern dann auf einen Schlag 367 Delegiertenstimmen vergeben, 243 davon nach dem Winner-Take-All Verfahren. Danach dürfte sich ein Trend ablesen lassen, auch in der Frage, wer noch länger im Rennen bleiben wird. Im Schatten von Trump mausert sich Ted Cruz zum eigentlichen Konkurrenten im Rennen der Republikaner und mit ihm ist die Republikanische Partei fast genauso unzufrieden wie mit Trump! Aber was bleibt ihr? Die moderaten Kandidaten von Bush über Rubio bis Kasich finden in diesem Jahr einfach keine breite Unterstützung in der Republikanischen Wählerbasis, die radikalisiert ist, nach Rechts geschwenkt ist und einen Wandel in Washington D.C. will. Und den würden sie mit Trump oder Cruz wohl auch bekommen!  

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