Nach den jüngsten Debatten

Nach den jüngsten Debatten beider Parteien in Florida ist ein klar geworden: nach 12 Debatten auf Seiten der Republikanern und 9 auf Seiten der Demokraten kommt nicht mehr viel Überraschendes. Zumindest nicht inhaltlich. Die Kernbotschaften bleiben gleich und insbesondere die Republikaner scheren sich noch immer wenig um Fakten, abgesehen von John Kasich. Und trotzdem sind die Medien nach der Debatte der Republikaner erstaunt. Was ist passiert? Warum haben Cruz und Rubio nicht wie in der letzten Debatte erneut Trump attackiert? Haben sie bereits aufgegeben?  Es ist schon erstaunlich, sobald eine Debatte bei den Republikaner eher nach einer Debatte aussieht, schon reagieren alle ganz enttäuscht? Wo sind die persönlichen Attacken, wo der Vergleich der Männlichkeit und schon gar keine Debatte darüber, wer die längeren Finger hat? Fragt man Gewinnern und Verlierern der letzten Debatte der Republikaner, würde ich CNN auf Platz 1 setzen. Sie haben wenigstens versucht nach Inhalten zu fragen und nicht nur die Kandidaten aufeinander gehetzt. Als Rubio in der vorangegangenen Debatte hart Trump attackiert, freuten sich die Medien. Was hat es gebracht? Nichts! Es ist schon erstaunlich, dass die Medien anscheinend immer wieder das Rad neue erfinden müssen und nach jeder Debatte diskutieren, als sei es die erste gewesen. Aus der Vergangenheit wissen wir mit einiger Sicherheit: in der Regel haben solche Debatten nur einen geringen Einfluss auf die Wahlentscheidungen der Bürger oder Parteianhänger. Da muss man sich schon außergewöhnliches leisten, damit dies eine Wirkung bei den Wählern zeigt. Man muss sich nur Trump Auftritte anschauen, um zu sehen, dass an der Aussage was dran ist! Zum anderen wissen die Kandidaten natürlich auch, dass man immer eine bestimmte Klientel ansprechen muss. Und das ist momentan nicht die radikal-konservative, evangelikale red-neck Fraktion, die in den bisherigen Vorwahlen eine große Rolle gespielt hat. Jetzt geht es nach Ohio und Florida und hier kommt man mit den kernigen Sprüchen vielleicht nicht so gut an. Also versucht man sich präsidentiell zu präsentieren, kritisiert eben nicht die Größe mancher Extremitäten der Mitstreiter, sondern versucht sich auf Inhalte zu fokussieren. Gut, das fällt einigen der Kandidaten auf Seiten der Republikaner schwer, aber immerhin. Wenn sich die Medien  jetzt aber enttäuscht zeigen, sagt das viel mehr über die Medien aus als über die Kandidaten. Viel beunruhigender sind momentan allerdings die Wahlkampfveranstaltungen von Donald Trump. Hier wird gehetzt, die Stimmung ist angeheizt und immer häufiger kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Trump befeuert dies mit seinen Auftritten und seiner Rhetorik nur noch. Jemand der nur in den Kategorien Schwarz und Weiß oder Gut und Böse denken kann, kann und will natürlich auch nicht vermitteln und mäßigen, das ist nicht sein Wahlkampfstil. Es bleibt die Hoffnung das diese anheizte Stimmung nicht aus dem Ruder läuft! Aber eine Diskussion über die Waffengesetzgebung in den USA soll hier jetzt nicht geführt werden.

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