Alle gegen Trump?

Heute gehen die US-Vorwahlen in die nächste Runde, die Abstimmungen in Arizona und Utah stehen an, dazu haben die Demokraten noch einen Caucus in Idaho.  Nach momentanen Umfragen sieht es so aus, als ob Trump die Delegierten aus Arizona gewinnen kann, während Ted Cruz in Utah deutlich vor seinen Mitstreitern liegt. Ein Sieg in Arizona, der immerhin 58 Delegiertenstimmen bringen würde, wäre ein weiterer wichtiger Schritt für Trump in Richtung Nominierung auf dem Parteitag im Cleveland. Wenn Trump bei den Abstimmungen vergleichbar stark abschneidet wie bislang und er die wichtigen Staaten Arizona, Kalifornien und New York für sich entscheiden kann, dann könnte es noch klappen mit den nötigen 1237 Delegiertenstimmen. Kalifornien mit 172 Delegierten,  ist der zentrale Baustein in dieser Kalkulation. Hier wird allerdings erst am 7. Juni abgestimmt. Trump kann hier gewinnen, sicher ist es allerdings noch nicht. In Kalifornien finden sich unter den Anhängern der Republikaner auch viele mit hohen Bildungsabschlüssen, die eher zu Kasick tendieren und Ted Cruz kann bei den konservativen Wählern punkten. Jüngste Umfragen zeigen, dass viele Unterstützer von Marco Rubio wohl Ted Cruz unterstützen werden (etwa 80 Prozent), was seine Position im laufenden Rennen stärkt. Sollte Trump Kalifornien nicht gewinnen, wird wohl keiner der Kandidaten die nötigen Delegierten hinter sich bringen und eine 'contested convention' steht den Republikanern bevor.

Und hier hätte Trump wohl die schlechtesten Karten, weil die Parteiführung ihn wirklich verhindern will. Und die Konkurrenten und die Republikanische Partei versucht auch noch immer alles um einen Kandidaten Trump zu verhindern. Das Team von Cruz hat indirekt die Idee eine Tickets Cruz/Rubio ins Spiel gebracht, der Vorschlag wurde aber postwendent von Rubio zurückgewiesen. Parallel wollen die Geldgelber der Republikanischen Partei eine gemeinsame Front gegen Trump aufzubauen. Wie schon in Florida versuchen sie durch Wahlwerbespot Stimmung gegen Trump zu machen. In Florida hat das nicht gefruchtet. Der PAC 'Our Principles' steckt Millionen von Dollar in negative Wahlwerbesports und unterstützt auch die Kampagnen der anderen Kandidaten, bislang mit eher geringem Erfolg. Insgesamt hat sich die Parteiführung mit ihrer späten Reaktion auf das Phänomen Trump in eine Sackgasse manövriert.  Ein Kandidat Trump würde die Siegeschancen der Republikaner im November im Rennen um das Weiße Haus minimieren, das zeigen alle fast Umfragen. Clinton hat hier eine Vorteil gegenüber Trump von 10 Prozentpunkten, Sanders würde nach jetzigem Stand Trump sogar mit einem Vorsprung von 15 Prozentpunkten schlagen. Tritt die Partei mit einem eigenem unabhängigen Kandidaten an, würde das die Wählerbasis der Republikaner teilen und somit auch zu einen Sieg der Demokraten führen. Auch eine Sturz von Trump auf dem Parteitag würde bleibende Schäden hinterlassen, Trump kündigte ja bereits an, dass die zu Tumulten und Aufruhen beim Parteitag führen würde. Mit Blick auf seine jetzigen Wahlveranstaltungen eine glaubwürdige Prognose. Eigentlich bleibt der Partei nur noch eine Niederlage mit Anstand im November, um dann in Ruhe eine neues Profil zu finden. Die Chancen das Weiße Haus zurückzugewinnen, sind mit dem Phänomen Trump fast auf null gesunken. Jetzt geht es in erster Linie darum, ob die Position im Kongress gehalten werden kann. Im Senat könnte es knapp werden und so langsam ist auch das sicher geglaubte Repräsentantenhaus keine sicher Bank mehr für die Republikaner. Die Aussicht auf 'Unified Gouvernment', also Mehrheiten der Demokraten im Weißen Haus und im Kongress dürfte den Republikaner schlaflose Nächte bereiten, schließlich darf wohl der nächste Präsident/ die Präsidenten einige Richter am Obersten Verfassungsgericht berufen. Und das wäre im 'culture war' zwischen den 
Republikanern und den Demokraten ein herbe Niederlage für die Republikaner. Eins hat Trump allerdings bereits jetzt schon besser geschafft als Obama in den letzten Jahren: er hat die beiden Parteien stärker zusammengebracht - in einer Allianz gegen Trump! 

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