Der Vorwahlkampf geht in die Zweite Halbzeit....

...und noch immer stehen in beiden Partien die Sieger nicht fest. In den letzten Wochen hat bei den Demokraten Bernie Sanders eine Reihe von Staaten für sich entscheiden können, ohne dass dies allerdings die Führungsposition von Hillary Clinton wirklich gefährden kann. Ihr Vorsprung ist dadurch allerdings deutlich geschrumpft. Hillary Clinton hat momentan 1307 Delegiertenstimmen auf ihrem Konto, Bernie Sanders 1087. Im Feld der Superdelegierten führt Clinton aber noch immer deutlich mit 469 - 31. Alles schaut jetzt gebannt auf die Vorwahlen in New York am 19. April, wo auf einen Schlag 291 Delegiertenstimmen vergeben werden. Dort stehen die Chancen für Hillary Clinton momentan nicht schlecht, zumindest wenn man den Umfragen glaubt. Im Schnitt liegt sie dort mit 55 Prozent der Stimmen deutlich vor Sanders, der bei 41 Prozent liegt. Da aber in NY die Delegierten proportional vergeben werden, wird auch hier noch keine Entscheidung fallen. Die Demographie des Bundestaates spricht allerdings eher für Clinton. 2008 kamen fast die Hälfte der Demokratischen Vorwahlstimmen aus NYC. Nach Daten der Wählerregistrierung ist dies in diesem Jahr ähnlich. Darunter sind überdurchschnittlich viele Schwarze, Hispanics oder Asian-Americans, Wählergruppen, bei denen Clinton besser ankommt als Sanders. In den bisherigen Abstimmungen hat Clinton insbesondere bei weißen Männern schlecht abgeschnitten: gute Nachricht für sie: 2008 waren bei den Vorwahlen nur 29 Prozent weiße Männer. Für Sanders spricht die dagegen die Altersstruktur in NYC, wo viele junge Leute leben. Das ist die Wählergruppe, bei der Sanders im Vergleich zu Clinton besser ankommt. Hier kommt es darauf an, ob diese jungen Wähler auch an den Abstimmungen teilnehmen, traditionell ist die Wahlbeteiligung in dieser Gruppe eher gering. New York ist eine closed primaries, independents - also jene, die nicht als Demokraten oder Republikaner registriert sind - dürfen an der Abstimmung nicht teilnehmen. Das ist ein weiterer Vorteil für Clinton, weil ein Großteil der Unterstützung für Sanders in den bisherigen Abstimmungen aus dieser Gruppe kam.  Momentan sieht also alles nach eine Sieg für Hillary Clinton aus.

 

Bei den Republikanern wird momentan in erster Linie darüber spekuliert, wie man einen Kandidaten Trump verhindern kann. Verschiedene mehr oder minder seriöse Szenerien werden dabei diskutiert. Im Zentrum der letzten Tage stand dabei Paul Ryan - der Sprecher des Abgeordnetenhauses. Er hat sich indirekt mehrmals selbst ins Zentrum des Interesses gerückt, um dann wieder in einer Pressekonferenz eine Kandidatur kategorisch auszuschließen. Für Ryan spricht seine Popularität innerhalb der Republikanischen Partei und auch dass er als Vizekandidat 2012 schon einmal von der Partei und den Medien durchgecheckt worden ist. Leichen hat man keine in seinem Keller gefunden. Ein Pluspunkt. Allerdings hat es in der Geschichte der USA meines Wissens nach noch nie eine Sprecher des Repräsentantenhauses versucht ins Weiße Haus einzuziehen.  Der einfache Grund: Speaker mussten bislang 'lediglich' ihren Wahlkreis gewinnen. Senatoren oder Gouverneure - das primäre Reservoir  für Präsidentschaftskandidaten - mussten sich demgegenüber zumindest schon einmal in einen breiten Wahlkampf in einem Bundesstaat stellen - sie sind schon getestet. Ansonsten werden auch immer wieder Mitt Romney und Condolezza Rice genannt. Romney ist aber als Kandidat schon verbrannt und Rice zeigt bislang keinerlei Ambitionen für das Präsidentschaftsamt. Bleiben noch die Kandidaten, die sich in den Vorwahlen gezeigt haben: Kasich, Rubio, Cruz natürlich, aber auch Christ Christie könnte vielleicht als eine Art 'Trump lite' noch mal aus der Deckung kommen. Das wird dann allerdings eine große Show auf dem Parteitag der Republikaner im Juli in Cleveland! Bis dahin müssen wir noch einige Vorwahlen und  zahlreiche Spekulationen  ertragen, an denen ich mich jetzt wieder rege beteiligen werde!     

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