Trump und Clinton die Sieger in New York

Donald Trump und Hillary Clinton haben mit ihren deutlichen Siegen bei den Vorwahlen gestern in New York einen wichtigen Schritt in Richtung Nominierung gemacht. Trump hat mit über 60% fast alle Delegiertenstimmen abgesahnt, Kasich konnte gerade mal 3 Delegierte einsammeln, Cruz ging mit 14,5% bei den Delegierten völlig leer aus. Das ist ein wichtiger Sieg für Trump, um zumindest nahe an die magische Zahl von 1237 Delegierten zu kommen, die ihm eine Nominierung auf dem Parteitag in Cleveland sichern würde. Von den noch zu vergebenen 674 Delegiertenstimmen in den restlichen Abstimmungen müsste Trump dann allerdings 403 gewinnen. Nicht unmöglich, aber doch schwer! Wirklich aussagekräftig ist die Abstimmung in New York allerdings nicht. Es handelt sich um eine geschlossene Vorwahl, d.h. es durften nur die Parteianhänger abstimmen. Und davon gibt es bei den Republikanern im Staate New York nicht allzu viele und diese sind auch nicht unbedingt repräsentativ für sie Wählerkoalition der Republikaner. 60 Prozent für Trump heißt nämlich nicht, dass er auch mehr Stimmen als Hillary in ihrem Vorwahlkampf bekommen hat.  Ganz im Gegenteil, für Clinton stimmten gestern über 1 Millionen Anhänger der Demokraten, bei den Republikanern stimmten lediglich etwas mehr als 500.000 für Trump. Diese Zahlen sind wichtig, um die Resultate besser einschätzen zu können.

Es scheint sich für Trump allerdings auszuzahlen, dass er sein Wahlkampfteam verändert hat. Mit Paul Manafort hat er nun einen erfahrenen Wahlkämpfer in seinem Team und schon tritt Trump nach seinen eigenen Kriterien geradezu präsidentiell in den Medien auf. Das krawallige, das noch unter Corey Lewandoski als Markenzeichen der Trump Kampagne galt, rückt mehr und mehr in den Hintergrund. Das Trump Team hat realisiert, dass es die Republikanische Partei braucht und das nur eine geschlossene Republikanische Partei in den Präsidentschaftswahlen im November eine Chance haben kann. Kein Wunder, das in den Medien schon über ein Ticket Trump/Kasich spekuliert wird.

Auf Seiten der Demokraten ist Bernie Sanders der große Verlierer vom gestrigen Dienstag. New York war für ihn fast schon die Chance zu zeigen, dass auch er in der klassischen demokratischen Wählerkoalition punkten und mobilisieren kann. Das ist ihm wieder nicht gelungen.  Strategisch ungeschickt hat die Sanders-Kampagne im Vorfeld der Abstimmung  immer wieder betont, man können die Vorwahlen in New York gewinnen, obwohl alle Umfragen und auch der spezifische Kontext der Vorwahlen in New York dagegen sprachen. Kein Wunder, dass Sanders erstmals eine kleine Auszeit nimmt, um in seinem Heimatstaat Vermont über die weitere Strategie nachzudenken.  Rein rechnerisch ist es nahezu unmöglich für Sanders noch die nötigen Delegierten für eine Nominierung zusammen zubekommen.

In der kommenden Woche stehen Abstimmungen in gleich 5 Bundesstaaten an! Und der Medienzirkus wird weitergehen, genauso wie dieser Blog!

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