Cruz ist raus - Trump wird wohl der Nominierte der GOP

So langsam muss man sich wohl mit dem vertraut machen, mit dem man nun gar nicht gerechnet hatte: Donald Trump wird der Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei. Trump konnte auch die Vorwahl in Indiana mit deutlichem Abstand vor seinen beiden Konkurrenten für sich entscheiden. Mit 53, 3 % der Stimmen hat er alle 51 Delegiertenstimmen eingesammelt. Cruz kam auf 36,6 % und Kasich gerade mal auf 7,6 %. Kurz nach Bekanntwerden der Ergebnisse beendet Ted Cruz seinen Vorwahlkampf. Damit scheint der Weg für Trump frei und eventuell kommt er doch noch auf nötigen 1237 Delegierten bis zum Parteitag in Cleveland im Juli. Dazu muss er noch 230 der verbleibenden 445 Delegiertenstimmen einsammeln. Kasich, der einzig verbliebene Trump-Konkurrent von vormals 16, liegt mit 153 Delegiertenstimmen abgeschlagen noch hinter Rubio, der ja schon vor einiger Zeit aus dem Rennen ausgestiegen ist. Er müsste nun schon fast 200 Prozent der verbleibenden Delegiertenstimmen gewinnen....das wird schwierig. Und da es sehr unwahrscheinlich ist, dass alle Cruz Anhänger nun geschlossen hinter Kasich stehen, werden wir im Herbst wohl einen Wahlkampf Clinton-Trump erleben - wer hätte das gedacht! Bei den Demokraten müsste Sanders in den letzten Abstimmungen noch eine eindrucksolle Siegesserie hinlegen, um Clinton die Nominierung noch zu nehmen.  Mit Blick auf die Demographie der Clinton-Wählerkoalition und den noch ausstehenden Abstimmungen ist dies sehr unwahrscheinlich.

 

Was heißt das für die Wahlen im November? Alles schon gelaufen? Hillary die klare Gewinnerin! Wohl nicht, allerdings würde Trump mit einem deutlichen Rückstand in den Wahlkampf gehen. In allen nationalen Umfragen und auch in den wichtigen battleground states liegt er mit 10 oder mehr Prozentpunkten momentan hinter Clinton. Auch in einigen der Staaten, die Mitt Romney 2012 noch gewinnen konnte - so z.B. North Carolina, Arizona, Missouri und Utah - liegt Trump hinter Clinton.  Ein Mehrheit der Wähler mag Clinton nicht, doch vor Trump haben sie Angst. Trump wäre der unbeliebteste Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der USA, fast Zwei-Drittel der Befragten mögen ihn nicht. Trump dürfte also genau der richtige Kandidat sein, um die fehlenden Mobilisierung und Begeisterung bei der Demokratischen Wählerkoalition zu erreichen, die Hillary momentan so gar nicht entfachen kann. Clinton liegt insbesondere bei den Jungwählern deutlich vor Trump in den Umfragen, hier erreicht sie sogar bessere Werte als Obama vor vier Jahren. Auch bei vielen anderen Wählergruppen schneidet Trump deutlich schlechter als Hillary Clinton ab. Die Angstkampagne, die Trump noch so erfolgreich in diesem Vorwahlkampf geführt hat, wird im Wahlkampf im November nicht ziehen. Hier muss sich der Kandidat Trump in gewisser Weise neu erfinden. Schwer wird ihm das nicht fallen, schließlich hat er sich auch für den Vorwahlkampf bereits einmal neu erfunden. Dabei glaubwürdig zu bleiben, dürfte das größte Problem werden.

Auch wenn die Aussichten momentan für Trump eher schlecht aussehen, er hat es immerhin geschafft zum ersten Mal seit Dwight D. Eisenhower Kandidat der Republikaner zu werden, ohne bereits vorher ein politische Amt bekleidet zu haben. Das hätten ihm die Experten nicht zugetraut! Was das über die politische Situation in den USA aussagt, wird in den kommenden Monaten wohl heftigst diskutiert werden!   

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