Die Republikaner versammeln sich hinter Trump

Zum Teil widerwillig - aber insgesamt wohl getrieben von der Kraft des Faktischen - versammelt sich die Republikanische Parteiführung hinter ihrem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Paul Ryan, Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, hat sich nach anfänglichem inneren Widerstand mit der Idee einer Nominierung Trumps arrangieren müssen. Niemand spricht mehr von der Möglichkeit eines umkämpften Parteitages der Republikaner im Juli und nur noch eine kleine Truppe um den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney spielt noch mit der Idee eines unabhängigen Kandidaten, um einen Präsidenten Trump oder eine Präsidentin Clinton zu verhindern. Ganz so glatt wird dann aber wohl der Parteitag nicht über die Bühne gehen, zu tief sitzt der Frust und die Unzufriedenheit mit dem Kandidaten Trump. Aber mehr als ein paar Nadelstiche und viel Material für Wahlwerbespots von Hillary Clinton dürfte dabei nicht herauskommen.

 

Die Primaries in diesem Jahr haben gezeigt, in welcher Krise die Republikanische Partei steckt. Die Parteiführung und -Organisation hat den Kontakt zur eigenen Basis verloren. Trump ist jetzt die einzige Brücke zwischen den beiden, die ein Auseinanderbrechen der Partei momentan noch verhindern kann. Ob dies gelingt, hängt in erster Linie von Trump selber ab. Kein Wunder, dass die Skepsis in der Partei und der Öffentlichkeit hier überwiegt. Bislang hat Trump wenig Signale ausgesendet, um die Partei zu versöhnen. Mit viel Spannung wird nun diskutiert, wenn Trump mit auf sein Ticket nimmt und damit zum/zur Vizepräsidentschaftskandidat(in)en macht. Von Kasich bis Palin reicht die Liste der gehandelten Kandidat/inn/en. Ein moderater Insider wie Kasich wäre sicherlich ein gutes Signal an die Partei und auch eine Botschaft für die moderaten Wähler im November. Ein Ticket Trump/Palin würde sicherlich nur der Daily Show, Bill Maher und Saturday Night Live gefallen. Für die Partei wäre dies ein Graus! 

 

Für Trump spricht momentan seine große Mobilisierungskraft in der eigenen Parteibasis. In den laufenden Vorwahlen war die Beteiligung auf Seiten der Republikaner so hoch wie schon lange nicht mehr.  Allerdings dürfte eher auch auf der Gegenseite genauso mobilisieren - und zwar gegen ihn. Für ihn spricht auch, dass die Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit sehr gering ist. Er kann also eigentlich gar nicht mehr negativ überraschen oder entsetzen.  Jede Mäßigung in der Rhetorik dürfte von den Medien als präsidentiell gefeiert werden. Auch das könnte den Demokraten im Wahlkampf Schwierigkeiten bereiten, schließlich ist Hillary Clinton keine Kandidatin, für die sich die Massen begeistern können. Umfragedaten bieten momentan kein einheitliches Bild. manche prognostizieren einen klaren Sieg von Clinton, jüngere Umfragen prognostizieren ein knappes Ergebnis mit offenem Ende. Kein verlässlicher Indikatoren für Prognosen, insbesondere nicht, wenn man berücksichtigt, wie schlecht die Umfragen in den laufenden Vorwahlen waren. Hier sollten mal die Modelle und Techniken grundsätzlich hinterfragt werden.

 

Im Windschatten der Trumpmania kämpft bei den Demokraten Bernie Sanders einen überzeugenden Wahlkampf und sitzt Hillary Clinton noch immer im Nacken. Auch wenn er den Rückstand bei den  Delegierten gegenüber Hillary nicht mehr wettmachen wird,  um die Sandersbasis innerhalb der demokratischen Partei muss geworben werben, nicht nur auf dem Parteitag im Juli. In der Gesundheitspolitik ist die schon deutlich geworden, Clinton ist hier in den Reformvorschlägen deutlich auf Sanders zugegangen. Mit sanders auf dem Ticket könnte man auch die basis stärker begeistern und zur Wahlurne bringen. Aber hier lässt sich Clinton noch nicht in die Karten schauen! Es ist auch noch zu früh!

       

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