Sanders bleibt dran

Auch wenn der medial Diskurs in den USA seit einiger Zeit so geführt wird, als ob Hillary Clinton die Nominierung bereits sicher eingefahren habe, Bernie Sanders bleibt ihr dicht auf den Fersen und sammelt fleißig Delegierte. In den beiden gestrigen Vorwahlen un Oregon und in Kentucky zeigte sich erneut wie knapp das Rennen ist und wie gespalten auch die Demokratische Partei ist.  Sanders konnte die Vorwahlen in Oregon für sich entscheiden, in Kentucky ist Hillary Clinton zur Siegerin erklärt worden, obwohl es bei den Delegiertenstimmen hier wohl zu einem Patt kommen wird. Nach ersten inoffiziellen Zahlen hat Clinton in Kentucky einen Vorsprung von gerade mal 1900 Stimmen. Und eigentlich ist Kentucky eine Hochburg für die Clintons: Bill Clinton hat hier 1992 und 1996 deutlich gewonnen und Hillary Clinton in den Vorwahlen im Jahre 2008 auch! Nur Dank der Superdelegierten führt Hillary Clinton im Rennen um die Nominierung deutlich und kann wohl bereits am 7. Juni die Nominierung sichern. Der Vorwahlkampf der Demokraten zeigt aber, wie schwer es für Clinton im November werden können. Auch die Demokratische Parteibasis ist gespalten, die Unterstützung für Clinton erfolgt eher aus einem rationalen Kalkül, erfolgreiche Mobilisierung an der Parteibasis sieht anders aus.

 

Momentan führt Clinton eigentlich zwei Wahlkämpfe: einen in der eigenen Partei und einen gegen Trump! Das verbraucht Ressourcen und wirklich erfolgreich ist sie momentan noch in keinem der beiden. Eigentlich können die Demokraten momentan froh über die mediale Aufmerksamkeit sein, die Trump fast für sich allein beansprucht. So werden die Spannungen und Spaltungen innerhalb der Demokratischen Partei nicht ganz so öffentlich diskutiert. Heftig diskutiert wird inzwischen auch die Rolle Bill Clintons als Ehemann einer möglichen Präsidentin Hillary Clinton. er soll sich wohl um die wirtschaftliche Entwicklung in den USA kümmern, ein guter Schachzug, schließlich boomte die Wirtschaft insbesondere in seiner zweiten Amtszeit von 1996 bis 2000. An diese Zeiten erinnern sich noch viele US-Bürger, auch diejenigen, die von der Wirtschaftlichen Entwicklung der letzten 16 Jahre am stärksten negativ betroffen sind. Das sind aber zugleich jene Wähler, die momentan so schwer einzuschätzen sind, die frustriert sind von der Politik und dem Politikestablishment in Washington. Sie wollen einen Wechsel und den trauen sie anscheinend etablierten Kandidaten nicht wirklich zu. Bei den Republikanern hat sich deshalb Trump als Kandidat in den Vorwahlen durchgesetzt, die Demokratische Parteiführung war hier erfolgreicher in ihrer Unterstützung von Hillary Clinton. Aber genau dies birgt Gefahr für den Wahlkampf im November! Können die enttäuschten Demokratischen Wähler mobilisiert werden? Ist Trump als Abschreckung ausreichend oder kann er gar einige der Protestwähler der Demokraten einfangen? Das sind die offenen Fragen für den Wahlkampf und deshalb ist es auch absolut verfrüht irgendeinen Kandidaten zum Sieger zu erklären! Politik in den USA ist momentan nur schwer vorherzusagen und das verweist auf die Krisenhaftigkeit der Politik in den USA momentan.    

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