Jetzt wird es ernst für Trump - kann er das?

Die Nominierung als Republikanischer Präsidentschaftskandidat scheint Donald Trump sicher. Die Partei versammelt sich so langsam hinter ihm, inzwischen selbst Marco Rubio! Den Republikanern bleibt auch keine andere Wahl, wollen sie ein Auseinanderbrechen der Partei verhindern. Dafür würde man wohl auch eine Niederlage im November in Kauf nehmen. Teilweise scheint es auch schon so, als ab sich die Parte schon mit der Wahl 2020 beschäftigt. Paul Ryan produziert Fernsehspots, die ganz klar nach Wahlkampf aussehen. Wenn nicht für diesen Wahlkampf, dann versucht er sich wohl schon für 2020 in Position zu bringen. Aber so leicht sollten insbesondere die Demokraten und Hilary Clinton die Wahl in diesem Jahr nicht nehmen. In den Umfragen ergibt sich momentan kein klares Bild und der Zwei-Fronten Wahlkampf, den Clinton momentan gegen Trump und Sanders führt, ist für sie nicht gerade hilfreich. Kein Wunder, dass einige Umfragen schon ein Kopf-an-Kopf-Rennen für den November vorhersagen.  

 

Nun stellt sich aber die Frage, ob Trump überhaupt kampagnenfähig ist. Bislang 'trumpelte' er durch den Vorwahlkampf, ohne ein inhaltliches Program oder eine Kampagnenidee zu haben. Damit konnte er in der frustrierten Parteibasis der Republikaner mobilisieren,  ob das aber für einen Hauptwahlkampf reicht ist anzuzweifeln? Bislang hat Trump noch kein richtiges Wahlkampfteam und auch keine Expertenteam in den zentralen Politikbereichen. Bislang sieht er in sich selbst noch seinen besten Berater, auch mit einer solchen Position wird es schwer im November. So langsam muss er auch an die Wahlkampfkasse denken. Medienpräsenz allein langt in einem solchen Wahlkampf nicht. Zumindest in einem Dutzend der Staaten muss eine Wahlkampforganisation ausgebaut werden, das vor Ort Wahlkampf macht. Bei allem Hype um social media und Twitter, traditionelle Wahlkampfmethoden sind noch immer wichtig! Und das ist teuer und verlangt nach Planung und Koordination! Momentan zeichnet sich die Wahlkampforganisation bei Trump eher durch Diskontinuität und Chaos aus. In der letzten Woche hat er seinen nationale Politikdirektor gefeuert, laut der New York Times wächst die Paranoia in Trumps Team. Mögliche Unterstützer wissen gar nicht, welcher Super Pac's jetzt eigentlich Trump unterstützt, selbst aus dem engsten Kreis um Trump kommen hier widersprüchliche Signale.

 

Es stellt sich die Frage, ob sein bisheriger Wahlkampfstil, der eher wirkt wie eine Bewerbung auf einen CEO Posten, wirklich ausreicht. Zunehmend wird kritisiert, Trump verlasse sich  allein auf sein Bauchgefühl. Etwas schwierig bei einer solchen Persönlichkeitsstruktur. Trotz vieler Ankündigungen,  sein Wahlkampf würde jetzt präsidentieller, läuft Trump noch immer im primary-mode und viele Anhänger fragen sich, ob er überhaupt was anderes kann. Mit der sicheren Nominierung in der Tasche kann Trump jetzt nicht mehr nur gegen das Establishment wettern. Er hat jetzt auch Verantwortung für all die anderen Republikanischen Kandidaten, die auf der Bundesebene oder in den Einzelstaaten 2016 für ein politische Amt kandidieren. Bislang fehlen die klaren Signale seitens Trump, das er auch anders kann. Trump hat keine Erfahrung in Wahlkämpfen und zeigt sich bislang auch beratungsresistent. Sucht er hier nicht einen stärkeren Schulterschluss mit der Parteiorganisation der Republikaner, wird sich das im Wahlkampf negativ auswirken. Bislang führt Trump keine wirkliche Wahlkampagne, sollte er damit erfolgreich sein, muss von einer Krise des demokratischen Systems in den USA gesprochen werden.  

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