Demokraten vereint gegen Trump (?)

Nach den Vorwahlen vom vergangenen Dienstag scheint das Rennen bei den Demokraten entschieden. Hillary Clinton hat sich selbst bereits zur Siegerin gekürt und es dauert nicht lange, dann hatte sie die wichtigen Unterstützungen von Präsident Obama und Vizepräsiden Biden. Ihr innerparteilicher Gegner - Bernie Sanders - hat sich allerdings noch nicht aus dem Rennen verabschiedet, es will nach eigenem Bekunden noch bis zum Parteitag im Juli weiter im Rennen bleiben, zumindest aber bis zu den aller letzten Vorwahlen am kommenden Dienstag in Washington D.C.  Dann hatten wirklich alle die Chance ihre Stimme abzugeben und das hatte Sanders immer propagiert! Auch hier bleibt er seinen Prinzipien treu. Inzwischen sendet Sanders auch schon versöhnliche und kooperative Signale zur Clinton Kampagne. Man wolle alles versuchen, um gemeinsam einen Präsidenten Trump im November zu verhindern.  Jetzt ist auch die Clinton Kampagne gefragt. Sie muss auf Sanders zugehen, auch um die Sanders Anhänger einzubinden. Hiervon sind momentan noch zu viele nicht bereit, Clinton im November zu unterstützen. Das könnte Konsequenzen haben. Sanders würde nicht nur eine mobilisierte Basis in den Wahlkampf bringen, er könnte mit seinem linken Anti-Establishment Profil das Wählerklientel ansprechen, die Clinton skeptisch gegenüber steht, eventuell auch einige derjenigen, die darüber nachdenken Donald Trump zu wählen, gerade weil sie gegen das politische Establishment in Washington D.C. sind.

Parallel positioniert sich momentan eine weitere Akteurin in der Debatte: Elizabeth Warren, Senatorin aus Massachusetts. Sie gehört zu den linken Hoffnungsträgern innerhalb der Demokratischen Partei und viele progressive Wähler hatten sich erhofft, dass Warren sich als Präsidentschaftskandidatin in diesem Jahr aufstellen lassen würde. In einem Interview auf MSNBC mit Rachel Maddow hat sie in dieser Woche erklärt, sie fühle sich qualifiziert für einen Posten im Weißen Haus, expliziter kann man sich kaum für das Ticket der Demokratischen Partei in Position bringen. Stellt sich nur die Frage, ob das Teil der Öffentlichkeitsstrategie der Demokratischen Partei ist oder Clinton und Warren wirklich darüber nachdenken als Team gegen Trump anzutreten. Ein Ticket Clinton-Warren würde auch die veränderten politischen Kontextfaktoren widerspiegeln. Beide Parteien haben zunehmend Probleme, die eigene Basis über das gesamte ideologische Spektrum zu mobilisieren, die Polarisierung nimmt auch innerhalb der jeweiligen Parteibasis zu und das muss bei der Auswahl der VPs berücksichtigt werden. da spielt es dann auch nur eine untergeordnete Rolle, dass Warren aus Massachusetts kommt, nicht gerade ein Battleground-State in den kommenden Wahlen. Neben Warren hat auch Obama angekündigt, dass er sich jetzt stärken im Wahlkampf an der Seite von Clinton zeigen wird, für die nächste Woche ist bereits eine erste gemeinsame Veranstaltung geplant. Trump bekommt es also mit einem gewichtigen Team von Gegnern zu tun. Er wird sich das natürlich alleine zutrauen, sollten ihm aber in der nächsten Zeit weitere Unterstützer abspringen und sich von seinem Wahlkampf distanzieren, dann wird die kommende Präsidentschaftswahl weit weniger spannend als dies die Medien momentan  prognostizieren. Unterhaltsam wird sie aber wohl, mit oder ohne Trumps Twitter-Account!            

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