Republikaner rücken von Trump ab

Jetzt hatte man sich schon fast an die Nominierung von Trump gewohnt, da regt sich erneut Widerstand im Lager der Republikaner gegen eine Kandidatur Trump. Das liegt an zwei Dingen: zum ersten natürlich an Trump selber und der Art und Weise, wie er seinen Wahlkampf führt. Das mag zwar seine Anhänger Begeistern und elektrisieren, mehr und mehr Bürger wenden sich allerdings mit Schrecken ab. Zuerst hat Trump einen Bundesrichter angegriffen, der einem Verfahren vorsitzt, indem es um die Trump University geht. Richter Gonzalo Curiel, so Trump, sei befangen, weil er mexikanische Wurzeln habe und Trump eine Mauer zu Mexiko bauen wolle. Curiol ist ein überparteilich angesehener Richter und ist in Indiana geboren. Selbst Paul Ryan, Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses definiert Trumps Aussage als Textbuchversion von Rassismus. Nach den Anschlägen von Orlando stellte Trump dann wieder alles Muslime unter Generalverdacht und verstieg sich zudem in Verschwörungstheorien, wonach Obama eine Mitverantwortung für die Anschläge  habe. Auch hier distanzierte sich das Parteiestablishment deutlich von ihrem Kandidaten.

Zum zweiten zeigen die Umfragen momentane einen eindeutigen Trend: Hillary Clinton setzte sich deutlich von Trump ab. In einigen Umfragen führt sie bereits mit 12 Prozentpunkten und auch viele sogenannte Battleground-States gehen wohl an Clinton, es deutet sich momentan ein klarere Sieg für die Demokraten im November an. Und das nicht nur im Rennen um das Weiße Haus, auch bei den Kongresswahlen sieht es für die Republikaner momentan nicht so gut aus und das macht insbesondere einige alteingesessene Senatoren wie John McCain nervös.

Zudem funktioniert die Trump Kampagne noch immer nicht, das Geld in den Wahlkampfkassen wird knapp. Also muss er viel Zeit und Ressourcen in Fundraising-Events investieren, die ihm im Wahlkampf gegen Clinton fehlen. Das gefällt ihm nicht, er hält lieber knackige Reden und fragt nicht bei Sponsoren nach Geld an. Viele Sponsoren der Republikanern wenden sich inzwischen auch von der Partei ab und wollen nicht mehr als Geldgeber für den Nominierungsparteitag zur Verfügung stehen. 

Schwierige Zeiten für Trump und die Republikanische Partei. Bis zum Parteitag muss sich die Partei darüber klar sein, was der größere Schaden wäre:  Trumps Kandidatur verhindern oder mit Trump in den Wahlkampf ziehen?   

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