Battleground States

Nachdem die beiden Kandidaten für das Rennen um den Einzug ins Weiße Haus so gut wie feststehen, schlägt wieder die Stunde der Meinung- und Umfrageforscher. Die Presse greift dies begierig auf, obwohl der Vorwahlkampf klar gezeigt hat, wie schwach die Vorhersagen der Meinungsforscher zum Teil waren. Inzwischen gibt Nate Silver Hillary Clinton eine 80-prozentige Gewinnchance und die Zeitungen sind voll mit Umfragen, nach denen Trump oder Hillary Clinton führt. Viele dieser polls sind nationale Umfragen und damit überhaupt nicht aussagekräftig für die Wahlen im November. Gewählt wird der neue/die neue Präsident/in nicht nach dem national popular vote, sondern auf der Grundlage von Wahlmännern, die ins sogenannte Electoral College gewählt werden. Dies geschieht jeweils in den Einzelstaaten. Jeder Staat entsendet soviel Wahlmänner/frauen ins electoral college wie er Abgeordnete und Senatoren im Kongress hat. Das ganze geschieht in den allermeisten Staaten nach dem Winner-Take-All Prinzip, d.h. selbst bei einem knappen Wahlausgang können alle Wählmänner/frauen an den einen oder die andere Kandidatin gehen.

Um zu prognostizieren, wer im November gewinnt, hilft ein Blick auf nationale Umfragen also nicht. Dabei richtet sich der Blick auf die sogenannten battleground oder swing states, also auf jene Bundesstaaten, in den weder Republikaner noch Demokraten eine klare Mehrheit haben und ein knapper Wahlausgang vorhergesagt wird. Auf diese Staaten konzentriert sich dann auch der Wahlkampf. Es wäre Geldverschwendung, wenn die Clinton Kampagne übermäßig in Kalifornien Wahlkampf machen würde, das wäre eine Verschwendung von Ressourcen, weil ihr ein Sieg hier kaum zu nehmen ist. In 33 der US-Bundestaaten hat die Bevölkerung in den letzten 5 Präsidentschaftswahlen für die selbe Partei gestimmt. Hier wird kein Wahlkampf stattfinden.  

Auf welche Bundestaten muss man sich also konzentrieren im kommenden Wahlkampf, wo wird die Wahl entscheiden?  Im November werden 11 Staaten zentral sein in der Entscheidung, wer ins Weiße Haus einziehen wird. Colorado, Florida, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin. Zwei Staaten darunter mögen einen überraschen: Michigan und Pennsylvania, denn diese beiden Staaten haben seit 1988 nicht mehr für einen Republikanischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt. Trump kann hier aber eventuell mobilisieren, weil seine Kritik an der Handels und Wirtschaftspolitik insbesondere in den Rust Belt Staaten gut ankommt, also in den Regionen, die noch am stärksten von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen sind.

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