Trump Week in Cleveland

An diesem Montag geht der Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland los. Bis zum Freitag tagt die Republikanische Partei, diskutiert ihr Wahlprogramm, nominiert ihr Ticket für die Wahl im November und versucht sich als geschlossene und erfolgreiche Partei zu präsentieren. Noch kur vor dem Parteitag hat Donald Trump seinen Vizepräsidentschaftskandidaten vorgestellt: Gouverneur Mike Pence aus Indiana. Eigentlich sollte damit eine Botschaft in Richtung Republikanische Partei gesendet werden: seht her, ich als Außenseiter verstehe das politische Geschäft: hier ist einer von euch, das wird uns einen und jetzt können wir gemeinsam den Kampf gegen Hillary Clinton im November angehen. Doch weit gefehlt. Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn er nicht auch die Ernennung seines Vizes in den Sand setzen würde: Begeisterung sieht anders aus, Überlegungen, ob man eine Ernennung auch wieder Rückgängig machen können, stärken nicht gerade das Band zwischen den beiden. Der bislang einzige gemeinsame Wahlkampfauftritt begeisterte die Massen auch nicht und jetzt scheinen sie zumeist getrennte Wege im Wahlkampf zu gehen. Ein Team im Wahlkampf sieht anders aus.

Mit Pence sollen die konservativen und evangelikalen Wählersegmente der Partei mobilisiert werden. Zum anderen redet sich die Partei jetzt ein, sie sei zumindest auf dem Ticket repräsentiert, weil Pence einer sei, den auch das Partei-Establishment unterstützt. Das Pence kaum eine programmatische Schnittmenge mit Trump hat, spielt dabei wohl keine Rolle. Die Republikanische Partei scheint die politische Mitte und die unabhängigen Wähler  erst gar nicht mehr einfangen zu wollen. Hier scheint es wirklich nur darum zu gehen, die eigenen Basis zu mobilisieren. Ob das eine erfolgreiche Strategie sein wird, bleibt abzuwarten.

Aber vielleicht will die Partei ja im November auch gar nicht gewinnen, denn Unterstützung für einen Kandidaten sieht anders aus als das, was die Partei momentan auf dem Parteitag demonstriert. Weder die Vergangenheit noch die Zukunft der Partei ist sichtbar auf dem Parteitag. Die Trump-Show wird in erster Linie von der Trump-Familie bestritten, der Rest kommt dann zum Großteil aus dem Wirtschaftsimperium von Trump. Dazu noch ein paar Hinterbänkler der Republikanischen Partei und das war es dann auch schon fast. Aber um Inhalte geht es auf dem Parteitag ja eh nicht. Hier inszeniert sich Donald Trump und die Medien beschäftigen anscheinend sowieso nur mit der Frage, wie gewaltsam der Parteitag nun wird.  Und da ist wirklich mit dem Schlimmsten zu rechnen!    

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