Tag 2 in Cleveland - Jetzt muss Trump nur noch 'Ja' sagen

Am zweiten Tag ist dann doch das passiert, was Langezeit keiner erwartete hat: die Republikaner haben Donald Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gewählt. Beim 'convention roll call' hat er die nötigen Delegiertenstimmen im ersten Wahldurchgang bekommen. Allerdings haben 721 Delegierte gestern nicht für Trump gestimmt.  So eine große Unzufriedenheit auf einem Nominierungsparteitag der Republikaner hatte es zuletzt 1976 gegeben. Das wird aber eventuell am Donnerstag wieder vergessen sein, wenn Trump dann offiziell die Nominierung annehmen wird.

Ansonsten war der zweite Parteitag erneut ohne große Höhepunkte und es zeigte sich, dass Hillary Clinton momentan die einzige ist, die die Republikaner zusammenbringen und mobilisieren kann. Chris Christie, der Gouverneur aus New Jersey, der sich auch große Hoffnungen auf eine Nominierung zum Vizepräsidenten gemacht hatte, war dann auch der erste, der auf dem Parteitag ablieferte und ein wenig Stimmung in die Bude brachte. Dies allerdings nicht mit einer Vision, die die USA in die Zukunft führen können, sondern mit einem Frontalangriff auf Hillary Clinton. Seine Rede wurde unterbrochen vom Parolen aus dem Publikum: "Sperrt sie ein". Programmatisch wurde auch am zweiten Tag wenig geboten, obwohl die Partei an diesem Tag eigentlich auch wein wenig Inhalt und Programm präsentieren wollte. Zu groß sind eben die inhaltlichen Vorstellungen zwischen den einzelnen Flügeln der Republikanischen Parteien und des Kandidaten Trump.  Das wird sicherlich auch heute wieder spannend zu beobachten sein: schließlich steht die Kür des Vizepräsidentschaftskandidaten an. Und zwischen Mike Pence und Donald Trump liegen programmatisch Welten, die kaum zu überbrücken sind.

Insgesamt hat auch dieser zweite Tag gezeigt, wie zerstritten die Partei ist, wie schwer sie sich tut ein inhaltliches Profil zu vermitteln und wie wenig Donald Trump momentan in weiten Teilen der Parteibasis mobilisieren und begeistern kann.   Als bekannt wurde, das Trump die nötige Anzahl an Delegierten zusammen hatte brach zwar Applaus los, viele Delegierte blieben allerdings auf ihren Plätzen sitzen oder hatten die Halle bereits verlassen. Ein mageres Bild, das die Partei dort in die Öffentlichkeit trägt: ein inhaltliche schwaches Profil und eine schlecht inszenierte Parteitagsveranstaltung, wenn das nicht mal zu einer Steilvorlage für die Demokraten wird! Es ist nur fraglich, ob sie diese aufnehmen können. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mayola Dohrmann (Sonntag, 05 Februar 2017 21:52)


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