Clinton schwächelt!

Die letzten Tage liefen nicht gut für die Clinton Kampagne. Erst hat Clinton einen Teil der Trump-Wähler als Rassisten und Sexisten verunglimpft und dann musste die eine Gedenkveranstaltung zum 11. September vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Seitdem senden konservative soziale Medien fast schon in Dauerschleife eine Kandidatin mit weichen Knien, die mit Hilfe des Secret Service in einen Wagen bugsiert wird. Das ist zum einem problematisch, weil die Clinton Kampagne, nachdem Trump in den Tagen zuvor in einigen Umfragen wieder aufgeholt hatte, nervös wirkt und Fehler macht. Wählerschelte kommt in den USA nicht gut an, das musste zuletzt Mitt Romney im Wahlkampf 2012 leidvoll erfahren. Hillary Clinton hätte die Reaktion der Medien vorhersehen können! Klar stürzen sich die Medien auf so etwas, schließlich haben sie ein Interesse daran, den Wahlkampf als offen und spannend darzustellen. Wahlkampf ist eben auch ein Geschäft in den USA und die Medien verdienen gut daran. Wenn keiner schaut, dann gibt es auch keine Werbeeinnahmen. Zum anderen zeigt sich auch hier wieder, dass die einseitige Wahlkampfstrategie der Clinton Kampagne nicht mehr funktioniert: die Öffentlichkeit hat sich wohl inzwischen an Trump gewöhnt, seine politischen und verbalen Eskapaden sind schon fast normal! Zuletzt wurde die beim Veteranen-Townhall Meeting in der vergangenen Woche deutlich: Trump wurde gelobt, weil er keine Ausreißer hatte und das die Medien Clinton Detailwissen konstatierten, hörte sich fast schon als Kritik an. Ergebnis: Unentschieden!  Man reibt sich verwundert die Augen.

Und jetzt noch die Gesundheit;  eine Lungenentzündung zwingt Clinton dazu einige ihrer Wahlkampfauftritte in Kalifornien zu canceln. Das wird ihr nicht schaden, in Kalifornien wird sie eh gewinnen. Allerdings sind die Bilder der schwächelnden Clinton Wasser auf die Mühlen der konservativen Verschwörungstheoretiker, die immer schon an der Gesundheit der demokratischen Kandidatin zweifelten. Bislang hat Clinton kein medizinisches Gutachten vorgelegt. Der Druck dürfte jetzt größer werden dies zu tun. Trumps Leibarzt hat in einen Kurzgutachten lediglich festgestellt, dass Trump der gesündeste Präsident der USA aller Zeiten werden würde, ganze fünf Minuten hat er für das Gutachten gebraucht, so prahlte er selber. Aber das scheint ausreichend zu sein!

Die Clinton Kampagne muss die zusätzliche Zeit in den kommenden Tagen nutzen, um über die Wahlkampfstrategie nachzudenken. Zu aller erst müssen die Zweifel an Clintons Gesundheitszustand aus dem Weg geräumt werden. Das würde die Kampagne in den kommenden Woche immer überschatten. Kein Wunder, dass die Medien schon diskutieren, was passiert, wenn ein nominierter Kandidat, bzw. eine Kandidatin nicht zur Wahl antreten kann! Das ist nicht die Art der Berichterstattung, die Clinton gebrauchen kann. Insgesamt fehlt der Kampagne aber auch immer noch die zentrale Botschaft, die die eigene Basis mobilisieren kann.  Trump-Bashing allein reicht hier nicht aus. Ende September und im Oktober kommen dann die Debatten zwischen den Kandidaten. Hält sich hier das Niveau, das momentan den Wahlkampf bestimmt, dann ist zu befürchten, das viele Wähler im November doch zu Hause bleiben! Und davon würde wohl Trump eher profitieren! 

 

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