Vor der ersten Debatte

Heute Abend ist es soweit, Donald Trump trifft zum ersten Mal direkt auf Hillary Clinton. Um 2:45 Uhr deutscher Zeit findet die erste von drei Debatten der beiden Präsidentschaftskandidaten statt. An der Hofstra University in Hempstead stellen sich die beiden den Fragen von Lester Hold von NBC. Die Erwartungen und die Aufmerksamkeit sind sehr groß: in den USA werden rund 100 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen erwartet und selbst in den deutschen Medien werden die Debatten live im TV übertragen.

Mit solchen Debatten kann man keine Wahl gewinnen, aber man kann eventuell Wahlen verlieren. 1960 wurde erstmals eine Debatte zwischen Präsidentschaftskandidaten live im Fernsehen übertragen: Nixon gegen Kennedy. Und bereits hier wurde deutlich: Performanz geht vor Inhalt und das Auge ist wichtiger als das Ohr. Nixon wollte dies nicht glauben, ließ sich nicht schminken, schwitzte und wirkte nervös und unwirsch im Bild. Kennedy demgegenüber wirkt jung, frisch und dynamisch. Klarer Sieg für Kennedy. Später wurde die Debatte wissenschaftlich intensiv analysiert: interessantes Ergebnis: wenn man eine Gruppe nur den O-Ton der Debatte ohne Bild vorspielte, dann fanden die Gefragten Nixon besser als Kennedy. Die Macht der Bilder! Auch darum wird es in der heutigen Debatte gehen. Wer wirkt wie im Bild?

Eigentlich spricht heute alles für einen Sieg von Hillary Clinton. Und das wird auch in den Medien so diskutiert. Sie hat mehr Erfahrung und das fundiertere Wissen. Bei Trump rechnet man eigentlich nur mit dem schlimmsten. Ihn hat man in einem solchen Format noch nicht gesehen, eins zu eins mit der Gegnerin und dann noch vor einem Publikum, das nicht johlen und brüllen darf, so wie bei den Debatten der Republikaner in den Primaries. Kann Trump das? Die Skepsis überwiegt. Aber genau das ist auch der Vorteil für Trump: von ihm wird nichts erwartet, zumindest nichts positives. Bremst er sich, wirkt er nur annährend 'präsidentiell', dann wird ihm das zum Vorteil ausgelegt. Das wird also eine schwierige Aufgabe für Hillary Clinton: auch sie muss präsidentiell wirken, das dürfte ihr nicht schwer fallen. Aber sie darf nicht besserwisserisch auftreten. Sie muss ein eigenes inhaltliches Profil und Programm zeigen und gleichzeitig Trumps zahlreiche Lügen thematisieren. Sie gewinnt, wenn sie Trump reizen kann und dafür spricht einiges. Fährt er aus der Haut, wird laut, dann hat er die Debatte verloren. Sowas wird nicht honoriert. Denn heute geht es nicht um die radikalisierten Parteianhänger, heute wird um die Unentschiedenen in der politischen Mitte geworben, den eher moderaten Wählern. Es wird also spannend heute Abend!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Erminia Correia (Dienstag, 31 Januar 2017 13:01)


    What's up, the whole thing is going fine here and ofcourse every one is sharing information, that's truly excellent, keep up writing.