Hillary vs. Donald 1:0

Hillary Clinton ist die klare Siegerin der ersten Präsidentschaftsdebatte. Eine solide Vorbereitung und enorm viel Geduld mit ihrem Debattenpartner reichten dafür aus. Den Rest hat Donald gemacht. Dabei startete Trump recht gut in die Debatte.  Bei der Diskussion der Handelspolitik und dem Verlust von Arbeitsplätzen gelang es ihm Hillary Clinton in die Defensive zu treiben. Aber das war es dann auch schon. Je länger sich die Debatte hinzog, umso deutlicher wurde, dass Trump sich nicht auf diese Debatte vorbereitet hatte und seine Kampagne zu den meisten Themen auch keine konkreten Programmvorschläge zu bieten hat. Besonders deutlich wurde dies im außenpolitischen Teil der Debatte. Hier konnte Hillary Clinton punkten und ihre Erfahrungen als Außenministerin ins Spiel bringen. Trump schlug hier nur wild umsich, präsentierte ein undifferenziertes Schwarz-Weiss Bild von der wirtschaftlichen und sozialen Lage der USA und beschimpfte fast alle als Idioten, außer ihm selbst natürlich.

Wie sich diese Debatte auf die Wähler auswirkt, das wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen. Jetzt geht das fact-ckecking los, ein positiver Begriff, der nichts anders sagt, als das man die Lügen der beiden aufdecken will. Nach ersten Einschätzungen wird Trump in dieser Disziplin leicht gewinnen. In dieser Phase des Wahlkampfs versuchen die Kandidaten die noch unentschlossenen Wähler für sich zu gewinnen. Diese sind ideologisch eher moderat und haben nur eine schwache Bindung an einer der beiden Parteien. Hier dürfte Clinton deutlich gewonnen haben. Das aggressive Verhalten von Trump, der Clinton und auch den Moderator über 40 mal unterbrochen hat, kommt bei dieser Wählergruppe nicht gut an. Er hat sich aggressiv, unsensibel, dünnhäutig und nicht präsidentiell präsentiert, ganz im Gegensatz zu Clinton, deren Geduld und Gelassenheit in dieser Debatte zu bewundern waren.

Auch wenn Trump in einigen Umfragen in der letzten Zeit zulegen konnte und die Lücke zu Clinton hat verringern können, Ende der Woche wird deutlich sein, ob Clinton diesen Trend hat beenden können. Die ersten Reaktionen aus den Medien deuten darauf hin.

Bleiben noch zwei weitere Debatten, in denen sich die beiden erneut gegenüberstehen werden. Es ist zu befürchten, dass auch die beiden Debatten nicht besser werden, zu groß sind die Unterschiede im Stil und der Professionalität. Wenn es Trump nicht gelingt in den kommenden Debatten mit einer besseren Vorbereitung ins Rennen zu gehen, dann verliert er die Auseinandersetzung um die politische Mitte in diesem Wahlkampf.  Und das ist die Hoffnung von vielen. Clinton hat die erste Debatte gewonnen, aber die politische Debattenkultur in den USA gehört zu den großen Verlierern. Es scheint wirklich so zu sein, dass die beiden politischen Lager momentan nicht miteinander sprechen können.       

   

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