Die zweite Oktober-Überraschung

Jetzt war der Oktober schon fast rum, da hat die Oktober-Überraschung nochmal zugeschlagen. Und diesmal hat es die Clinton-Kampagne getroffen - das ganze gut eine Woche vor der Wahl. Um was geht es? Bereits im Juli hatte das FBI Ermittlungen abgeschlossen, in denen es um den Umgang mit Clintons mit ein  e-mails in ihrer Zeit als Außenministerin ging.  Der Vorwurf: Clinton habe neben dem dienstlichen auch einen privaten e-mail Server benutzt und so eventuell als 'streng-geheim' eingestufte e-mails über nicht sichere Kanäle kommuniziert. Das FBI kam vor drei Monaten allerdings zum Schluss, hier sei nichts illegales geschahen, Clinton sei lediglich etwas sorglos mit den Sicherheitsstandards umgegangen. Wie bereits einige Außenminister vor ihr.

Jetzt wurde der damalige FBI Ermittler wieder aktiv! In einem Brief an den Kongress kündigte er an, dass aufgrund neu gefundener e-mails das FBI die Untersuchung möglichweise wieder aufnehmen werde. Bei einer anderen Ermittlung sind auf einen Laptop von Anthony Wiener angeblich e-mails von Clinton aufgetaucht. Wiener war bis vor kurzem mit einer der engsten Vertrauten von Clinton verheiratet. Hier also der Zusammenhang. Aber dann wird es auch schon undurchsichtig. Einige Quellen sprechen von über 30.000 e-mails, andere sagen, auf dem Rechner sei keine einzige e-mail von Clinton. Wiederum andere Quellen sehen in den e-mails lediglich Kopien bereits bekannter e-mails. Das FBI hatte wohl noch gar keinen Blick in die E-mails geworfen, zumindest hatten sie zur Sichtung bis zum Sonntag noch nicht mal einen Gerichtsbeschluss. Niemand beim FBI kann also sagen, was eigentlich in diesen e-mails steht, sofern überhaupt welche dort gespeichert sind. Dies zu klären, ist nun eine dringliche Aufgabe in den nächsten Tagen. Schließlich haben die Wähler ein Recht auf diese Informationen oder Misinformation.

Hat diese zweite Oktoberüberraschung Folgen für die Wahl? Das ist schwer zu sagen. In Umfragen holt Trump momentan wieder auf, kann in einigen nationalen Umfragen fast aufschließen.  Dieser Trend hat allerdings schon vor der Oktober-Überraschung eingesetzt. Umfragen in einigen Battleground-States nach der Veröffentlichung der Informationen zeigen wenig Einfluss. Zum einen haben in den USA bereits 21 Millionen gewählt und hier scheinen die Demokraten nach ersten Informationen Vorteile zu haben, weil mehr registrierte   Demokraten bereits gewählt haben. Man nimmt an, dass diese auch Demokratisch gewählt haben! Zudem ist die Gruppe der Wähler, die sich noch nicht entscheiden hat, sehr gering, maximal 10 Prozent, in einigen Staaten sogar nur 2-5 Prozent! In den beiden politischen Lagern wird die Nachricht in den gängigen Interpretationen aufgenommen: Republikaner sehen sich bestätigt: Hillary ist korrupt und gehört ins Gefängnis! Für die Anhänger der Demokraten ist Vertrauen in die eigene Kandidatin in diesem Wahlkampf nicht so wichtig, wie das Persönlichkeit von Trump - Demokraten sehen ihn als nicht geeignet für das Präsidentenamt! Auch hieran wird die zweite Oktober-Überraschung wenig ändern. Aber 'Wenig' kann im Kontext knapper Wahlergebnisse Konsequenzen haben . Und Trump ist nach dem bislang katastrophalen Oktober wieder aus Defensive heraus und kann erneut auf Angriff schalten. Das wird auch der Kampagne guttun! Es bleibt also spannend bis zum letzten Tag! Und vielleicht bietet ja auch der November noch einige Oktober-Überraschungen. Aber Spaß macht der Wahlkampf nicht! Und mit jedem 'Skandal' wird die politische Debatte und Kultur in den USA zusätzlich vergiftet. Egal wer im Januar ins Weiße Haus einzieht,  es stehen erbitterte politische Auseinandersetzungen und eine weitere Blockade des politischen Systems an! Keine gute Nachrichten für die USA und den Rest der Welt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Latina Trusty (Sonntag, 22 Januar 2017 04:12)


    Hello, I check your new stuff like every week. Your humoristic style is witty, keep it up!