Obamas Abschiedsrede

In Chicago hat Barack Obama in der letzten Nacht seine letzte Rede als Präsident der USA gehalten. Es war eine gewohnt gute Rede und wohl die letzte Rede solchen Formats für die kommenden Jahre. Er hat auf die Bilanz seiner Amtszeit verwiesen und die Probleme deutlich angesprochen, mit denen sich die USA momentan konfrontiert sehen: wachsende ökonomische Ungleichheiten, die Unzufriedenheit der Bürger mit den politischen Institutionen und die parteipolitische und ideologische Polarisierung des Landes. Auch wenn er Donald Trump und das Wahlergebnis an keiner Stelle der Rede erwähnt hat, so kann die Rede klar als Anti-Trump Manifest interpretiert werden. Obama sprach von Solidarität, von Anerkennung und vom gesellschaftlichen Ausgleich, ein klares Gegenprogram zum Wahlkampf und der Twitter-Kommunikation Trumps.

Gleichzeitig machte Obama seinen Anhängern Mut, die Stärke der Demokratie in den USA hängt nicht ab von der jeweiligen Administration, sondern von den Bürgern! Die Bürger haben möglich gemacht, was die Obama-Administration erreicht hat und die Bürger können damit natürlich auch aktiv an den Fundamenten der Demokratie und der gesellschaftlichen Integration weiter arbeiten, selbst wenn Obama nicht mehr im Amt ist, das war die Botschaft von Obamas letzter Rede.

Auch wenn es vielleicht nicht Obamas beste Rede war, sie gehört sicherlich zu den Wichtigsten seiner Amtszeit. Sie sollte denen Mut geben, die einer Trump-Administration momentan kritisch bis ängstlich gegenüber stehen, sollte Vertrauen in die Fundamente der demokratischen Institutionen schaffen und die Bürger zum politischen Engagement bewegen. Das sind natürlich Elemente, die sich in vielen Reden US-amerikanischer Präsidenten wiederfinden, aber die Art und Weise, wie Obama sie präsentierte und diskutierte, zeigt deutlich, mit welchen Befürchtungen nicht nur Obama auf die zukünftige Trump-Administration schaut! 

Für heute hat Trump seine erste Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg angekündigt! Dort kann er auf Obamas Rede reagieren, kann seine Programm vorstellen. Wir sind gespannt!   

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Kommentare: 1
  • #1

    Jörg Ksiazkiewicz (Sonntag, 22 Januar 2017 20:48)

    Ich habe ehrlich gesagt ein Problem mit Herrn Obama. Ich hatte mich vor 8 Jahren riesig gefreut und mitgefiebert und war voller Erwartung über seine Regentschaft.
    Wenn ich heute abrechne, dann bin ich bitter enttäuscht. Er ist der 1. Präsident, der während seiner gesamten Regierungszeit Krieg geführt hat, u.a. auch ohne UN-Mandat. Er hat durch Drohnenangriffe nicht nur Terrosristen, sondern auch Zivilisten getötet. Er ist für die Destabilisierung mehrerer Länder verantwortlich und bekommt zur Belohnung noch den Friedensnobelpreis verliehen.
    Die USA ist so gespalten wie noch nie. Das ist nicht Herrn Trump zu verdanken, sondern der Politik der Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte. Die Arbeitslosenzahlen in den USA sind so hoch wie noch nie. Natürlich nicht nach der Zählweise der Obama Regierung, sondern die tatsächlichen, die auch die Personen umfasst, die keine Arbeitslosenhilfe mehr erhalten. 15 % der Bürger erhalten Essenmarken. Aber wie man Arbeitslosenzahlen zurecht rückt, wissen wir ja auch von der Bundesregierung.
    Die Behauptung, die Russen waren es mit dem Hacking, ist gelogen. Laut FBI und CIA gibt es keine Hinweise und Beweise dafür...auch egal.
    Ich könnte zu jedem Thema ausholen und noch weitere nennen, die die Amtszeit von Herrn Obama schlecht aussehen lassen.
    Ich bin mir sicher, dass Herr Trump es schwer haben wird es schlechter zu machen.
    Es ist ist aber immer eine Betrachtungsweise, je nachdem wo die Motivation steckt.
    Ich rede mit vielen Menschen und der Tenor geht dahin, dass es den meisten auf den Geist geht, wie in den Medien über Herrn Trump geredet wird. Es ist so wie es ist, er ist der neue Präsident und unser Leben geht weiter und wird es mit Sicherheit friedlicher auf diesen Planeten.