Ist Trump im Weißen Haus angekommen?

In den letzten zwei Wochen zeigen sich die Medien in den USA weit positiver gegenüber Donald Trumps im Weißen Haus. das liegt einerseits an der wohl extrem niedrigen Erwartungshaltung und natürlich am außenpolitischen Kurswechsel, den Trump in den letzten Wochen vollzogen hat. Amerika First ist erst mal auf Platz zwei gerutscht. Die Zivilbevölkerung in Syrien und der Böse Machthaber in Nordkorea haben den US-Mienenarbeiter und den chinesischen Präsident Li abgelöst. China ist auf einmal kein Währungsmanipulator mehr, sie sollen ja helfen bei Nordkorea. Putin ist auf einmal ein 'bad hombre', weil er den noch böseren Assad in Syrien unterstützt. Als feuern die USA mal eben 59 Missiles auf Syrien und die Mutter aller Bomben auf Afghanistan. Trump ist da angekommen, wo George W. Bush aufgehört hat. 

Trump der Wahlkämpfer ist zum Präsidenten Trump geworden, darauf haben wir doch alle gewartet und jetzt reden alle von einer möglichen militärischen Konfrontation mit Nord Korea, Ausgang ungewiss. Das Establishment In Washington D.C. hat Trump in sich aufgesogen, die Bannons in Trumps Team verlieren an Einfluss. Können wir uns jetzt alle in Ruhe zurücklehnen? Bei weitem nicht, denn hier sitzt ein Präsident im Weißen Haus, der unberechenbar ist. Und das nicht aus strategisch oder taktischen Gründen, sondern einfach weil er nicht die Fähigkeiten und auch nicht die Motivation für das Amt hat. Die Entscheidung zur Bombardierung von Syrien hat er während eines Essens mit dem chinesischen Präsidenten verkündet, beim Nachtisch. Es gab den besten alle möglichen Schokoladenkuchen. Daran erinnert sich Trump in einem Fox Interview genau. Was spielt es da für eine Rolle, ob man Syrien oder Irak bombardiert. Trump wusste das wohl selber nicht mehr genau. Und über den Einsatz der Mutter aller Bomben hat er auch nicht entschieden. Er hat seinem Militär die Entscheidungsfreiheit übertragen, in solchen Dingen zu handeln. Das schafft wenig Vertrauen. Niemand kann genau sagen, welchen Strategiewechsel Trump nächste Woche vollzieht. Und einen Plan, wie mit den Herausforderungen in Syrien und Nord Korea umzugehen ist, ist auch nicht zu finden. Das Militär kann und soll solche Probleme nicht langfristig lösen.

Die innenpolitische Reformagenda ist inzwischen fast völlig zum Stillstand gekommen: Gesundheitsreform gescheitert, Steuerreform erst mal auf Eis gelegt. Trump beschränkt sich auf Dekrete, die eine Reform ankündigen und hier gilt alleinig das Motto: Deregulierung und Privatisierung. Der Markt wird schon die besten Lösungen finden, fragt sich nur für wenn. Trump wollte den Sumpf in Washington D.C. austrocknen. Inzwischen ist er aber in diesem Sumpf versunken. Das Establishment und das große Geld übernimmt die Kontrolle. Trumps Bewegung trocknet aus.   

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