Spiel mit dem Feuer

Rechtsradikalismus und Rassismus sind keine neue Phänomene in den USA. Unter Donald Trump allerdings werden solche Ideen wieder salonfähig. Bislang agierten insbesondere Nazis, White Supremacists und Rechtsradikale eher in den Schmuddel-Ecken der US-amerikanischen Gesellschaft. Als Randphänomen möchte man sie dann allerdings nicht bezeichnen, schließlich haben sie sie seit 2001 bereits 64 Menschen bei Anschlägen getötet. Das ist 'domestic terrorism'.      

Das die USA sich mit einem schwarzen Präsidenten nicht in eine post-rassistische Gesellschaft verwandelt haben, dürfte inzwischen jedem klar geworden. Neu ist jetzt allerdings, dass diese Ideen ins Weiße Haus eingezogen sind und so die Legitimität erhalten, mit der sich dies Gruppierungen aus dem Dunkeln hervortrauen und offen für ihre Programmatik eintreten. Sie sehen sich unterstützt von einem Präsidenten, der im Wahlkampf mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung mobilisiert hat und der sich nicht explizit von diesen Gruppierungen distanziert. Und auch seine Presseerklärung gestern, in der er diese Gruppierungen für die Gewalt in Charlottesville verurteilt, wirkt abgelesen und nicht authentisch. Und so ist Trumps Botschaft bei den Rechten auch angekommen. Sie fühlen sich noch immer unterstützt von Donald Trump, teilen seine Botschaft Amerika wieder groß zu machen. In ihrer Lesart natürlich ein weißes Amerika, in dem Schwarze, Hispanics, Juden und Minderheiten keinen Platz haben.

Es formiert sich aber auch breiter gesellschaftlicher und politischer Widerstand. Immer mehr Berater aus dem Umfeld von Trump ziehen sich zurück und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Steven Bannon seinen Rückzug aus dem Weißen Haus ankündigen muss. Bannon steht für die Alt-Right Bewegung, dem Versuch in den USA dem Rechtsradikalismus und moderates und intellektuelles Gesicht zu verleihen.

Ruft man sich die Bilder der Auseinandersetzungen in Charlottesville ins Gedächtnis, dann kann einem schon Angst und Bange werden. Schwer bewaffnete Milizen  laugen mit automatischen Waffen durch die Straßen, weil Virginia ein 'open carry' Staat ist, d.h. die Bürger haben das Recht ihrer Waffen offen auf der Straße zu tragen.  Sowohl die Faschisten als auch die Antifa sind bewaffnet und die Hemmschwelle im Kontext der polarisierten Situation in den USA diese auch einzusetzen, dürfte in letzter Zeit massiv zurückgegangen sein. Genau hier ist die Politik gefragt, um mäßigend auf die Situation einzuwirken. Aber das kann Trump nicht. Er kann nur um sich schlagen, aufhetzen, radikalisieren. So wird sich die Botschaft des Hasses weiter verbreiten und es ist nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Eruption politischer Gewalt in den USA. Aber vielleicht steckt hier ja auch eine bewusste politische Strategie dahinter.   

Kommentar schreiben

Kommentare: 0